Alt´sches Haus
Monzingen, Rheinland-Pfalz

Alt´sches Haus

Wahrzeichen von Monzingen

Das Alt‘sche Haus im Zentrum von Monzingen ist das Wahrzeichen des alten Weinortes. Es gilt als das schönste Fachwerkhaus an der Nahe. Eine Inschrift verrät, dass es 1589 errichtet wurde. Die reich gegliederte und geschmückte Fassade ist ein repräsentatives Beispiel für das rheinische Fachwerk aus dem späten 16. Jahrhundert. Zurzeit ist der prachtvolle Bau durch Schäden an der Dachkonstruktion akut gefährdet. Helfen Sie mit Ihrer Spende, das herausragende Fachwerkdenkmal zu erhalten!

Spenden Sie jetzt für das Alt'sche Haus in Monzingen!


Meisterhaftes Handwerk

Bauherr des Alt’schen Hauses war der wohlhabende Schultheiß von Monzingen, Matthias Knorr. Über einem Türsturz ist ein Berufssymbol angebracht, dass ihn als Metzger oder auch als Steinmetz ausweist. Das Gebäude steht auf einem Keller mit Tonnengewölbe und einem gemauerten Erdgeschoss. Darüber kragen zwei Stockwerke auf rheinischen Streben vor, die unterschiedlich gegliedert sind. Hingucker ist der über beide Stockwerke reichende Eckerker aus Fachwerk in einer vieleckigen Grundform, der in das Satteldach einbezogen ist. Im ersten Stockwerk des Gebäudes ist reich verziertes Fachwerk zu sehen.

Der zweite Stock hat eine Fachwerkfront auf der schmuckvollen Giebelseite und eine verschieferte, leicht vorkragende Front auf der Trauf-, also Dachseite. Aus dem Dach ragt ein Türmchen mit welscher – glockenförmiger – Haube hervor, das auf dem steinernen Treppenturm sitzt. Am mehrfach geschweiften, leicht vorkragenden und schiefergedeckten Giebel sind zwei Stockwerke im Dach zu erkennen.

Insgesamt zeigt das repräsentative Fachwerkgebäude meisterhafte Handwerkskunst: Die Gefache sind mit für die Region typischen Verzierungen, die teilweise auch der Statik dienen, geschmückt. An der Traufseite befindet sich eine so genannte Mannfigur, die durch die Anordnung der Fachwerk-Streben entsteht. Links daneben schmückt ein Andreaskreuz, das durch rautenförmige Zierverstrebungen ergänzt wird, die Fassade. Dessen Grundform wird auf der Schmuckseite des Giebels wiederholt, jedoch in einer kleinteilig verzierten Schmuckform. Die Konsolen des Erkers sind mit Fratzen geschmückt. Bemalungen und Schnitzornamente umrahmen die Fenster. Auch der 1658 eingebaute Torborgen ist in dieser Vollendung für den Weinort einzigartig.

Weil viele Fachwerkgebäude den Dreißigjährigen Krieg (1618-48) nicht überstanden, gehört das Alt‘sche Haus zu den wenigen Exemplaren, die noch die Bauweise im 16. Jahrhundert bezeugen können. Es fanden an ihm nur kleinere Veränderungen statt, wie im Jahr 1658, als man die Anlage durch einen Toranbau erweiterte. Eine Umgestaltung der Fenster im Parterre erfolgte im 18. Jahrhundert nach barockem Geschmack, was jedoch 1977 wieder rückgängig gemacht wurde. Zwischen 1820 und 1830 wurde das Haus – wahrscheinlich aufgrund des Nutzungsbedarf – zweigeteilt, denn es wurde auch von zwei Familien bewohnt. Heute zeugen davon noch die beiden Eingänge. Eigentümer war zu der Zeit Christoph Alt, der Namensgeber des Gebäudes. 1904 legte sein Nachfahre, Heinrich Karl Alt, die beiden Gebäudehälften wieder zusammen.

Durch Dachschäden akut gefährdet

Das Alt‘sche Haus ist längst zum Wahrzeichen Monzingens geworden. Jedoch ist der Dachstuhl marode. Die Instandsetzung des Dachtragwerks und der Dacheindeckung muss bald erfolgen – sonst besteht durch den langfristigen Wassereintritt die Gefahr, dass auch andere Gebäudeteile geschädigt werden. Helfen Sie mit Ihrer Spende, das wertvolle Fachwerkhaus zu erhalten!

Fachwerkhaus über tonnengewölbtem Keller und gemauertem Erdgeschoss, 1589 von Schultheiß Matthias Knorr erbaut, reich verzierte Fassade, Förderung 2024.

Adresse:
Hauptstr.
55569 Monzingen
Rheinland-Pfalz