Die Benediktinerinnenabtei Sankt Hildegard ist ein modernes, aktives Kloster mit Online-Shop, Gastronomie und Kunstwerkstätten. Die bekannte Abtei erhebt sich inmitten der Weinberge oberhalb von Eibingen, einem Ortsteil der hessischen Stadt Rüdesheim am Rhein. Von 1900 bis 1904 wurde das Gebäudeensemble nach Plänen des Mönches und früheren Architekten P. Ludger Rincklage (1851-1927) in neoromanischen Formen erbaut. Seit 2002 ist die Anlage Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal und beherbergt unter ihrem Dach seltene Malereien und Ausstattungsgegenstände der Beuroner Kunstschule. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzte sich bereits mehrfach für den Erhalt der geschichtsträchtigen Anlage ein.
Doch die letzten noch nicht erneuerten Schieferdächer sind inzwischen über 120 Jahre alt – ihre Neueindeckung ist dringend notwendig, um Schäden an Basilika und Klostergebäude zu verhindern. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
„Der Himmel auf Erden ist überall, wo ein Mensch von Liebe zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt ist.“ Dem, was Hildegard von Bingen (1098-1179) vor gut 1000 Jahren gesagt hat, können sicher heute noch viele zustimmen. Gelebt hat die bedeutende Dichterin, Komponistin sowie natur- und heilkundige Äbtissin im Kloster Rupertsberg, nur wenige Kilometer entfernt vom heutigen Rüdesheim. Das Kloster Rupertsberg wurde 1632 zerstört. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Verehrung der Heiligen Hildegard von Bingen wieder mehr in den Fokus gerückt wurde, stiftete Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1834-1921) die jetzige Benediktinerinnenabtei – als direkte Nachfolge zu den von Hildegard von Bingen gegründeten Klöstern Rupertsberg und Eibingen. 1904 zogen die ersten 12 Schwestern ein, die Abteil bekam sofort alle Rechte und Privilegien des mittelalterlichen Hildegard-Klosters. Die Klosteranlage in neoromanischen Formen ist aus heimischem, unverputztem Sand- und Bruchstein errichtet. Sie besteht aus einer dreischiffigen Basilika mit Doppelturmfassade, Kreuzgang und dreigeschossigen, um zwei Höfe gruppierten Klosterbauten, in denen sich auch eine Bibliothek befindet. Die Gebäude orientieren sich in ihrer Formensprache an der rheinischen Spätromanik. Der Ostflügel war bis zum Ersten Weltkrieg (1914-18) nur als Rohbau ausgeführt und konnte erst nach 1918 fertiggestellt werden.
1907 bis 1913 erfolgte die Ausmalung der Kirche unter Leitung von Pater Paulus Krebs (1849-1935). Die Malerei verkörpert ein Hauptwerk der Beuroner Kunstschule, die Künstlergruppe wurde Ende des 19. Jahrhunderts zur Erneuerung der katholischen Kirchenkunst gegründet. Die Ausmalung im Kloster behandelt das Thema „Die Wohnung Gottes unter den Menschen“, gezeigt werden verschiedene Szenen aus der Bibel und aus dem Leben der heiligen Hildegard. Zusammen mit einem Kreuz und einer Ewiglichtlampe findet sich in der Abtei eine seltene fast vollständige Gestaltung der kirchlichen Räume im Sinne der Beuroner Kunstschule, die 1868 in der Abtei Beuron mit dem Ziel gegründet wurde, die christliche Kunst zu reformieren.
Die eindrucksvolle Abtei ist seit über 100 Jahren ein wichtiges Zentrum benediktinischen Lebens. Doch Witterung und die exponierte Lage im Weinberg machten dem historischen Bauwerk zu schaffen – immer wieder fielen Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an. Etwa drangen durch die undichten historischen Bleiglasfenster Feuchtigkeit und Kälte ein. Um die beiden Innengärten des Klosters, den Mariengarten und den Kreuzgarten, verlaufen zwei Kreuzgänge mit insgesamt 94 Fensterflügeln in vier „Gestaltungsvarianten“. Alle Fensterscheiben haben klare Innenflächen mit Bleirahmungen in verschiedenen Mustern, etwa in Form von Halbkreisen oder Waben, und bunte, detailliert gestaltete Rahmenbänder. Auch mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten sie saniert werden. Die private Stiftung unterstützte zudem bei Arbeiten am Dach der bedeutenden Anlage.
Nun muss der noch nicht erneuerte Teil des Schieferdachs der Basilika – das nördliche Hauptschiff und das Dach über dem Kreuzgang – neu eingedeckt werden. Gleichzeitig werden die historischen Obergadenfenster, der Blitzschutz und die Fassaden behutsam instandgesetzt. Bitte spenden Sie, damit dieses bedeutende Zentrum benediktinischer Kultur und Spiritualität dauerhaft bewahrt werden kann!