Nach der Reformation gelangte das Lustwäldchen des benachbarten Klosters St. Wiperti in den Besitz eines Damenstifts. 1685 lassen sich durch Äbtissin Anna Dorothea von Sachsen-Weimar erste gartenkünstlerische Aktivitäten feststellen. Die Rechteckanlage erhielt ein zentrales Alleenkreuz. 1757 wurde dieses nochmals durch Diagonalalleen untergliedert.
Mit der Auflösung des Stiftes zu Beginn des 19. Jahrhunderts unterstand der Brühl – ein altdeutsches Wort für Wald - der königlich-preußischen Oberförsterei, die umfangreiche Holzeinschläge durchführen ließ. Aufgrund heftiger Bürgerproteste schenkte König Friedrich Wilhelm III. 1817 der Stadt den Brühl. Der Rat betraute 1866 den Gartenkünstler Eduard Petzold mit einer umfassenden Planung für den Park. Es erfolgte eine Umgestaltung und Erweiterung zum Landschaftspark englischer Prägung. Nach 1900 erhielt der Brühl zusätzliche Attraktionen wie ein Rehgehege, ein Vogelhaus und eine Musikmuschel.
Das Erscheinungsbild des Parks prägen auch einige Denkmale. Das bekannteste ist das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Monument für den in Quedlinburg geborenen Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock von 1831 mit einer Bronzebüste von Christian Friedrich Tieck. Ein besonderes Anliegen der 2008 fertiggestellten Sanierungsmaßnahme war die funktionelle und gestalterische Wiederbelebung der barocken Achse, die einst vom Schlossberg durch den benachbarten Abteigarten bis zur Bode führte. 2007 stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Mittel für die Sanierung und Wiederherstellung der Alleen zur Verfügung.