Burg Grünsberg
Altdorf b. Nürnberg, Bayern
Aussenansicht, Gesamtansicht, Frühling, Schlossanlage, Burganlage, im Kern 13. Jh., Erweiterung und Umbauten ab 16. Jh., Treppenturm am Hauptgebäude, Blick vom Wehrgang in den Schlosshof,

Burg Grünsberg

Ein sicheres Versteck

Burg Grünsberg liegt auf einem Felssporn im Schwarzachtal. Obwohl sie erhöht liegt, ist sie so versteckt, dass man sie erst sieht, wenn man direkt vor ihr steht. An drei Seiten fallen anstelle eines Burgrabens sehr steile natürlichen Schluchten ab, nur an der Westseite - der heutigen Straßenseite - musste ein künstlicher Graben angelegt werden, über den bis zum Jahr 1740 eine Zugbrücke führte. Sie wurde durch einen steinernen Damm ersetzt, der bis 1960 erhalten blieb und dann der Erhöhung der Straße zum Opfer fiel. Die Wehranlage mit dem fünf Meter hohen, überdachte Wehrmauerring aus mächtigen Mauern stammt aus dem 13./14. Jahrhundert und umschließt einen romantischen Innenhof. Viele Gebäude und Anbauten, darunter die Burgkapelle und das Verwalterhaus, in dem später auch die von den Gutsbesitzern unterhaltene Dorfschule untergebracht war, sind noch erhalten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz half bei der Sanierung des Pächterhauses und der Kapelle.

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Im Besitz von Rittern und Reichsstadt

Die älteste urkundliche Erwähnung von Burg Grünsberg stammt aus dem Jahr 1231, als sie als Reichslehen im Besitz der Familie Rindsmaul war. Etwa einhundert Jahre später erhielt sie Ritter Schweppermann von Ludwig dem Bayern als Dank, da er jenem entscheidend zum Sieg bei der Schlacht von Mühldorf und Ampfing verholfen hatte. Das Nürnberger Land – und mit ihm auch Grünsberg – fiel im Bayerischen Erbfolgekrieg 1504 an die freie Reichsstadt Nürnberg. In dieser Zeit brannten die oberen Stockwerke des Palas, die damals aus Fachwerk bestanden, bis auf die Grundmauern ab. So bekam dieser bei seinem Wiederaufbau im Jahr 1561 das Gesicht eines Renaissancebaus. In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Besitz zwischen verschiedenen Nürnberger Patrizierfamilien, bis die Burg 1672 als mütterliches Erbe an die Familie Paumgartner kam.

Aussen Burg, innen Schloss

Der letzte Paumgartner baute Grünsberg am Anfang des 18. Jahrhunderts zu ehren seiner Frau Sophie im Regence-Stil um. Seitdem ist Grünsberg von aussen Burg und von innen Schloss. Die Innenausstattung ist reich bestückt, beispielsweise ist hervorragender Stuck von Donato Polli angebracht und in den Fenstern befinden sich Tellerscheiben aus Murano. Sophie wurde eine junge Witwe. Ihre Tochter aus zweiter Ehe, Eleonore Haller von Hallerstein, heiratete 1754 Carl Christoph Stromer von Reichenbach. Im Besitz von dessen Familie blieb die Burg bis zum Jahr 2000, als Prof. Dr. Wolfgang Freiherr Stromer von Reichenbach starb. Dieser verfügte mit seinem Testament, dass der gesamte Besitz in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt wurde. In der Folge konnten einige bauliche Maßnahmen durchgeführt werden, um das Schloss zu erhalten. Die Anlage mit ihrem bedeutenden Inventar macht Grünberg heute zu einem Denkmal mit überregionaler Bedeutung.

Sandsteinquaderbau, im Kern 13. Jh., erneuert 1504, Hauptbau 1561, Ausbau 1710-25, Förderung 2005-07, 2009, 2015, 2017

Adresse:
Grünsberger Str.
90518 Altdorf b. Nürnberg
Bayern