Burg Namedy
Andernach, Rheinland-Pfalz
(c) Ernst Hohmann

Burg Namedy

Wo Musik und Denkmalschutz zusammenspielen

2020 jähren sich die Andernacher Musiktage zum 30. Mal. Das ist vor allem zwei Menschen zu verdanken: dem Bankkaufmann und Preußen-Prinz Godehard von Hohenzollern (1939-2001) und seinem Freund, dem Geiger und Dirigenten Yehudi Menuhin (1916-99). 1988 hatte Ersterer die völlig marode Burg Namedy am Rhein geerbt. Um den Ort zu beleben, übernahm Zweiterer spontan die Schirmherrschaft für ein neues Musikfestival. Die Veranstaltung wird bis heute jährlich mit großem Erfolg in der Rheinsenke zwischen Andernach und Brohl durchgeführt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt den Erhalt der hufeisenförmigen Burganlage, die aus mittelalterlichem Kern entstanden ist. Helfen auch Sie der beeindruckenden Burg mit Ihrer Spende!

Bitte helfen Sie Burg Namedy in Andernach!


Von der Wasserburg zum Hohenzollernschloss

Das Patriziergeschlecht Hausmann aus Andernach errichtete die spätgotische Anlage als eine von Gräben umgebene Wasserburg. Ursprünglich bestand der Komplex aus der zweigeschossigen Hauptburg mit einem runden Treppenturm im Südosten und einem dreiviertelrunden Turm im Nordwesten. Im Jahr 1555 fügte man dem Gebäude einen Erweiterungsflügel mit einem Treppenturm im Südosten an, der dem im Nordwesten entsprach. Von 1896-98 ließ man der Burg ein drittes Geschoss aufsetzen.

1909 wurde Burg Namedy an den Hohenzollernprinzen Carl Anton (1868-1919) verkauft. Der ließ 1911 einen eingeschossigen, fünfachsigen Saalbau mit Flachdach errichten, der von zwei Rundtürmen mit Schweifhauben flankiert wird. Über dem Saal befindet sich eine Terrasse, die von einer steinernen Balustrade gerahmt ist. Die Turmdächer wurden 1919 durch neubarocke Schweifhauben ersetzt. Nach dem Untergang der Preußen-Monarchie verfiel auch das Schloss immer mehr. Als Prinz Godehard 1988 das Erbe antrat, war von der früheren Schönheit nicht mehr viel zu sehen. Der Spiegelsaal diente als Abstellkammer, Wassereinbrüche hatten Decken und Paneele zerstört, Heizung und Elektrik funktionierten nicht mehr. Die Aussicht auf eine kulturelle Nutzung jedoch mobilisierte Freunde und das rheinland-pfälzische Landesamt für Denkmalschutz. Ein Förderverein wurde 1992 gegründet, und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanzierte die aufwändige Restaurierung der geschädigten Holzpaneele im Spiegelsaal mit einer sechsstelligen Summe.

Marodes Dach

Als Prinz Godehard 2001 mit erst 62 Jahren starb, setzten seine Erben alles daran, seinen Traum von einem Ort der Muse weiterleben zu lassen. Durch die Ausrichtung von Firmen- und Hochzeitsfeiern gelang es der Familie lange, das Denkmal aus eigener Kraft zu unterhalten. Doch bei einer Routinekontrolle stellte sich heraus, dass sich das Dach an vielen Stellen der Anlage in einem desolaten Zustand befindet und dringend ausgetauscht werden muss. Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Dachsanierung!

Hufeisenförmige Burganlage mit Wirtschaftshof; im Kern mittelalterlich; Ausbau bis ins 20. Jh., Förderung 2002, 2019, 2020

Adresse:
Burg Namedy
56626 Andernach
Rheinland-Pfalz