Spantekow, Mecklenburg-Vorpommern

Burg Spantekow

Eine der bedeutendsten Renaissance-Anlagen in Norddeutschland

1558-1567 ließ Ulrich von Schwerin (um 1500-75), Großhofmeister im Herzogtum Pommern-Wolgast und ein seinerzeit überaus einflussreicher Mann, den Stammsitz seiner Familie um einen befestigen Herrenhof erweitern – so entstand die Veste Spantekow. Ein ausgeklügeltes System von Wassergräben, Festungsmauern und Kasematten mit bis zu vier Meter starken Erdwällen sicherten die Anlage derart, dass selbst der böhmische Feldherr Albrecht von Wallenstein (1583-1634) mit seinem Heer im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) unverrichteter Dinge wieder abziehen musste. Über 100 Jahre konnte die Anlage, die heute zu den ältesten und bedeutendsten Renaissance-Anlagen in Norddeutschland zählt, nicht eingenommen werden. Doch nun droht eine andere Art von Gefahr – an der Fassade der Hofseite bröckelt der Putz, dringend muss sie saniert werden. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende dabei!

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Stammsitz der Familie von Schwerin

Bereits seit dem 13. Jahrhundert ist die Anlage Stammsitz der Familie von Schwerin, einem mecklenburgischen und pommerschen Uradelsgeschlecht. Die auf dem künstlichen Hügel erbaute mittelalterliche Ringburg diente aufgrund ihrer Lage an der Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern schon damals als Grenzfeste. Urkundlich erwähnt wurde sie als „Everhardus de Spantekow“ erstmals 1275.

Als Ulrich von Schwerin die Ausbaupläne für die mittelalterliche Ringburg erdachte, hatte er Großes vor: Mit ihm als Bauherren entstand eine etwa vier Hektar umfassende befestigte Hofanlage, die eindrucksvoll seinen Einfluss und seine Baulust bezeugt. Die Anlage ist umgeben von Mauern aus Feldstein und bestand aus einem Herrenhaus, einem Wirtschaftsgebäude und einer Kapelle, die 1748 leider zerstört wurde. Das schon angelegte Wall-Graben-System ließ Ulrich von Schwerin ausbauen und nach Süden hin durch Kasematten, unterirdische Gewölbe, die als Schutzräume dienten, zusätzlich stützen. Über dem Portal des südlichen Torhauses ließ sich der Bauherr um 1570 mit seiner Frau Anna von Arnim in einem fast lebensgroßen Relief verewigen.

Erst 1677 wurde die Festung durch den „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (1620-1688) im Krieg gegen Schweden erobert und in der Folge teilweise zerstört. Erhalten sind Reste der mittelalterlichen Burg, das Schloss, das Wirtschaftsgebäude, der Torbau, die Krypta der Schlosskapelle, die Kasematten sowie der Graben.

Das heutige Erscheinungsbild des Herrenhauses stammt von 1899: Der langgezogene rechteckige Bau ist in hellem Stein gebaut, mit leicht vorspringendem Turm und dem nördlichen Ziergiebel macht er Eindruck!

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Enteignung infolge der Bodenreform verfiel das Schloss über Jahrzehnte immer mehr – und schien fast verloren, bis die Anlage 1999 in den Besitz eines Nachfahren des Hauses von Schwerin fiel und mit den dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen begonnen werden konnte.

Wieder in Familienhand – doch gefährdet!

Burg Spantekow ist eine Meisterleistung des Festungsbaus und ein außergewöhnliches Zeugnis der Festungsarchitektur des 16. Jahrhunderts. Seit 1993 setzt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für den Erhalt der Anlage ein und konnte u. a. bereits bei der Aufarbeitung der Fenster sowie bei Anfertigung und Einbau eines Fallgitters in die Toranlage unterstützen. Derzeit steht die Sanierung der Fassade des Burggebäudes auf der Hofseite an. Hier ist der Putz teilweise stark abgängig und das Mauerwerk liegt frei; insbesondere die Holzbauteile der historischen Doppelkastenfenster – Fenster, die aus zwei einzelnen Fensterflügeln bestehen – weisen witterungsbedingte Schäden auf. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, damit die geschichtsträchtige Veste noch viele Jahrhunderte erhalten bleiben kann!

Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr