Nörten-Hardenberg, Niedersachsen

Burgruine Hardenberg

Eine der kunsthistorisch und archäologisch aufschlussreichsten Burgruinen in Niedersachsen thront auf einem Felsvorsprung über dem Ort Nörten-Hardenberg nahe Göttingen. Die im Süden und Osten durch steil abfallende Felshänge geschützte Burg Hardenberg ist zwar mehrfach beschädigt und erneuert worden, hat aber als Ruine keine Beeinträchtigungen ihrer Substanz durch Steinbruchbetrieb oder durchgreifende Überformung hinnehmen müssen. Und so lässt sie sich, obwohl sie als Mainzer Besitz erst 1098 erwähnt wurde, anhand von Resten einer vorromanischen Wandgliederung im Kern in das 10. Jahrhundert datieren. Ende des 13. Jahrhunderts gaben die Mainzer Erzbischöfe die "Hartisburch" als Lehen an die Grafen von Hardenberg, die sie mit einer Teilung ihrer Linie im Jahr 1409 zu einer Doppelburganlage erweiterten: Neben der alten Hauptburg, dem "festen Haus" oder "Mainzer Haus", entstand in dieser Zeit auf dem Vorburggelände das gleichrangige so genannte "Vorderhaus", das an seinen spätgotischen Fenstergewänden zu erkennen ist. Seit dieser Zeit tragen nicht nur die selbstständigen, durch einen Graben getrennten Wohnbereiche der Burg, sondern auch die zu ihren Füßen gelegenen Ortsteile Nörten-Hardenbergs die Namen "Vorderhaus" und "Hinterhaus". Als 1698 Teile des Vorderhauses einstürzten, nahmen seine Bewohner das bis 1710 errichtete Schloss Hardenberg zum Wohnsitz. Das ebenfalls baufällige Hinterhaus wurde bis 1723 bewohnt, danach errichtete diese Linie ein Gut südlich des Burgbergs. Im 18. Jahrhundert verfiel die Burg Hardenberg, bis sie, in schließlich ruinösem Zustand, in der Romantik zu einem beliebten Ausflugsziel avancierte. Unter Verwendung alter Steine wurden damals das äußere Burgtor wieder aufgebaut und der hohe achteckige Turm ergänzt. Eine grundlegende Sicherung erfolgte nicht, und so verwitterte der verarbeitete weiche Buntsandstein im Laufe der Zeit so stark, dass ganze Gebäudeteile abrissen und Mauerschalen kippten. Jahrzehntelang war die Ruine für Besucher geschlossen. Um sie vor dem vollständigen Untergang zu bewahren, musste sie von Grund auf saniert werden. In diesem Rahmen hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Jahr 1999 für die Sicherung der Stützmauern auf der Südseite der Burgruine engagiert.

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