"Der in Dresden geborene Bildhauer Emil Cauer ließ im Auftrag eines Hoteliers Fellner, der in der Nachbarschaft das Hotel Rheinstein betrieb, 1839 ein Wohnhaus in Bad Kreuznach errichten. Der klassizistische Putzbau ist auf einem fast quadratischen Grundriss errichtet und durch drei Achsen gegliedert. Ein übergiebelter Risalit betont den über eine Treppe zugänglichen Eingang. 1901 wurde das Wohnhaus durch ein von Jacob Karst im Garten errichtetes eingeschossiges Atelierhaus ergänzt. Heute ist der Atelierbau der einzig erhaltene von zwischenzeitlich sechs umgebenden Ateliers. An seiner Straßenfassade zeigt das Gebäude zwei Medaillons mit Figurenreliefs in antiker Formensprache. Auf Emil Cauer gründet die für die Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts bedeutenden Bildhauerfamilie Cauer. Neun Bildhauer aus vier Generationen mit Ateliers in Rom, Berlin, Wien und London hatten hier ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Wirtschaftlichen Aufschwung nahm die Familie durch die Erfindung der Cauermasse. Carl Cauer erfand 1842 das Material, das eine attraktive Alternative zum teuren Bronzeguss und dem weniger haltbaren Gipsverfahren bot. Das Kreuznacher Atelier diente vordringlich zur Vervielfältigung und Aufbewahrung einzelner Entwürfe, die später den Grundstock des Cauermuseums bildeten. Obwohl alle Bildhauer der Familie an unterschiedlichen Orten arbeiteten, ließen sie ihre Aufträge grundsätzlich im Kreuznacher Atelier fertigstellen. Das Haus und sein Atelier mit den Bildwerken ist also ein wichtiges kunsthistorisches Zeugnis des Schaffens der Bildhauerfamilie und ihres Einflusses auf das geistige und gesellschaftliche Leben der Stadt. Peter Bloch stellt die Familie in eine Reihe mit der Bildschnitzerfamilie Zürn (1606-1666) am Bodensee und der Bildschnitzerfamilie Schwanthaler (1633-1879) in Bayern. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich an der Sanierung der Fassade und der Innenräume des Cauer Hauses beteiligt." Seit 2013 gibt es die Stiftung Cauer-Haus unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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