Die zwischen 1953 und 1955 errichtete evangelische Christuskirche ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Hamburger Stadtteils Wandsbek. Ihr freistehender Glockenturm, der von 1963 bis 1965 entstand und heute rund sechzig Meter in der Höhe misst, prägt das Bild des Wandsbeker Markts. Der sogenannte Campanile wurde neben dem Kirchenbau positioniert und über einen niedrigen Verbindungsgang, der auf schlanken Stahlbetonstützenruht, mit diesem verbunden. In diesem befinden sich ein Musiksaal und die Kirchenküche. Das Kirchenschiff befindet sich in einem schlichten Backsteinbau mit Walmdach, das einen kleinen Dachreiter mit Glocke trägt. Wenige, dafür klare und symbolkräftige Kunstwerke verleihen der Kirche eine besondere Ausdruckskraft. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzt sich für die Instandsetzung des Betonreliefs an der Westseite ein. Helfen auch Sie dabei mit Ihrer Spende!
Die Christuskirche ist die vierte Kirche, die an dieser Stelle steht. Die erste entstand 1634 als Fachwerkbau, gefolgt von einem klassizistischen Neubau von 1800 und einer neugotischen Kirche von 1901, die 1943 durch Bombenzerstört wurde. Ihr alter Grundstein ist noch heute neben dem Haupteingang sichtbar. Der heutige Bau stammt vom Architektenbüro Bernhard Hopp (1893–1962) und Rudolf Jäger (1895–1959). Im Inneren gliedern schlanke Säulen und eine erhöhte Holzdecke den Raum so, dass ein weites Hauptschiff mit zwei dezent angedeuteten Seitenschiffen entsteht während hohe Glasfenster viel Licht einströmen lassen. An der Altarwand erstreckt sich ein großformatiges Mosaik von Hans Gottfried von Stockhausen (1920–2010), das Christus als Pantokrator zeigt, eine traditionelle Darstellung Christi als Weltherrscher. Da dieses Motiv in evangelischen Kirchen selten ist, setzte der Künstler eigene Akzente: Anstelle der üblichen Symbole der vier Evangelisten umgeben vier Engel die Christusfigur, und zu seinen Füßen ringelt sich in einer Weltkugel der besiegte Drache, Sinnbild des Bösen. Gegenüber befindet sich der denkmalgeschützte Prospekt der Walker-Orgel von 1967, der in das neue Instrument von 2007 integriert wurde. Der Innenraum wird durch mittelbraun lasiertes Holz geprägt, aus dem Kanzel, Schalldeckel, Gestühl, Wandverkleidungen und Orgelprospekt gefertigt sind. Das hölzerne Lesepult zeigt in abstrahierter Form einen Adler, der traditionell als Symbol für die göttliche Führung gilt.
Der Zugang zur Christuskirche erfolgt seitlich über die Taufkapelle, die durch ihre farbigen Fenster von Hans Gottfried von Stockhausen (1920–2010) in farbiges Licht getaucht wird. Darin lassen sich in abstrahierter Form ein Regenbogen als Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen nach der Sintflut und zwei weiße Segel erkennen. Die Bildsprache steht in Beziehung sowohl zur Pantokrator-Darstellung im Innenraum als auch zu dem Betonrelief der Künstlerin Barbara Haeger (1919–2004) an der Westfassade. Ihr Werk zeigt in abstrahierter Form das himmlische Jerusalem mit seinen zwölf Toren, das in der Offenbarung des Johannes als neue, erlöste Welt beschrieben wird. Da das Relief unmittelbar Verkehrsabgasen und Witterung ausgesetzt ist, benötigt es dringend eine behutsame Restaurierung. Spenden Sie, damit dieses bedeutende Kunstwerk an der Christuskirche am Wandsbeker Markt bewahrt werden kann!