Wandlitz, Brandenburg

Dampflok Heidekrautbahn

Eine Dampflokomotive wie aus dem Bilderbuch

Längst sind die Dampflokomotiven aus unseren Bahnhöfen verschwunden. Doch im Heidekrautmuseum Basdorf lässt sich eines der einstigen Wunderwerke der Technik, die später von Diesellokomotiven abgelöst wurden, noch heute bewundern. Die Dampflokomotive 65 1057 gehört zu den nur drei erhaltenen Personenzug-Tenderlokomotiven ihrer Baureihe. Sie war bis 1998 betriebsfähig, bis sie aus Kostengründen abgestellt werden musste. Ihr Äußeres ist bis heute gut gepflegt: Schwarz lackiert und mit roten Rädern wirkt sie wie direkt aus einem Bilderbuch, doch Fahrt aufnehmen kann die seit 2022 denkmalgeschützte Lokomotive seit Ende der 1990er Jahre nicht mehr. Nun sind Instandsetzungsarbeiten und der Einbau sicherungstechnischer Anlagen notwendig, beovor die umfassende Hauptuntersuchung durchgeführt werden kann. Mit Ihrer Unterstützung kann diese Untersuchung durchgeführt werden und die Lokomotive wieder betriebsfähig aufgearbeitet werden. Jede Spende hilft!

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Vielseitige Einsatzgeschichte

Die Lokomotive 65 1057 zählt zu den 88 Neubaudampflokomotiven, die die Deutsche Reichsbahn der DDR Mitte der 1950er Jahre entwickeln und bauen ließ. Produziert wurde sie im Lokomotivbau Karl Marx (LKM) in Babelsberg, einem der wichtigsten Lokomotivwerke der DDR. Nach ihrer Probefahrt von Drewitz nach Belzig am 18. März 1957 wurde sie am 3. April desselben Jahres an die Reichsbahn ausgeliefert und anschließend im Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt in Dienst gestellt. Von dort aus war sie – wie viele Maschinen ihrer Baureihe – im gesamten Netz der DDR unterwegs, da die 65.10 speziell für den Vorort-, Berufs- und Personenzugdienst sowie für mittelschwere Güterzüge konzipiert war. Die Baureihe war über die ganze DDR verteilt stationiert, sodass auch die 65 1057 vielseitig eingesetzt wurde und bis 1977 im regulären Betriebsdienst fuhr.

Im Anschluss wurde sie als stationäre Heizlokomotive genutzt. In dieser Funktion wurde sie fest an einem Ort – etwa in einem Bahnbetriebswerk – abgestellt und blieb dort dauerhaft unter Dampf. Über Leitungen lieferte sie Heißdampf bzw. Wärme zur Beheizung von Gebäuden, Werkstätten oder Wartebereichen. Die Lok fuhr dabei nicht mehr, sondern nutzte lediglich ihren Kessel weiter, der wie ein stationärer Heizkessel betrieben wurde. Als Tenderlokomotive führt die 65 1057 ihren Wasser- und Brennstoffvorrat direkt an Bord und benötigt keinen zusätzlichen Schlepptender. Sie ist vierfach gekuppelt, besitzt also vier miteinander verbundene angetriebene Achsen, was für eine gleichmäßige Kraftübertragung, gute Zugkraft und stabile Fahreigenschaften sorgt. Diese Bauart zeigt den vorgesehenen Einsatzbereich deutlich: ausreichend stark für schwere Personenzüge und zugleich flexibel genug für mittelschwere Güterzüge. Bis heute gehört die 65 1057 zu den wenigen vollständig erhaltenen Maschinen ihrer Baureihe und stellt damit ein bedeutendes Zeugnis des Dampflokneubaus der DDR dar.

Druckluftbehälter müssen für sichere Bremsen ausgetauscht werden

Um die Bremsanlage der Lokomotive wieder zuverlässig funktionsfähig zu machen, unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Austausch sämtlicher Druckluftbehälter. Diese Bauteile sind zentrale Elemente des Druckluftsystems: Sie speichern die vom Kompressor erzeugte Druckluft, gleichen Schwankungen aus und ermöglichen das sichere Betätigen der Bremszylinder, die wiederum die Bremsklötze gegen die Räder drücken. Dadurch kann der Zug abrupt bremsen und bleibt auch bei längeren Bremsvorgängen stabil. Zusätzlich versorgt das Druckluftsystem die Signalhörner und ermöglicht das Sanden der Schienen für bessere Haftung. Da die Dampflokomotive 65 1057 aus Kostengründen insgesamt 27 Jahre lang stillstand, muss außerdem das Führerhaus gründlich aufgearbeitet werden. Helfen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, dieses seltene technische Denkmal wiederherzustellen und fahrtüchtig zu machen!