Dem Schöpfer nahe sein – in der Gotik wollte man baulich hoch hinaus! Im sächsischen Freiberg zeugt der Dom St. Marien eindrucksvoll von der Kraft des Glaubens, vom Streben nach architektonischen Höhen und dem einstigen Reichtum der Silberbergbaustadt Freiberg. Der spätgotische Bau gilt als eine der bedeutendsten Hallenkirchen und ist zudem eines der am reichsten ausgestatteten Gotteshäuser Sachsens. Im Innern gleicht sie beinahe einer Art Schatzkammer mit zahlreichen bedeutenden Kunstwerken. Eines davon benötigt nun Hilfe: Die rund 500 Jahre alte Kreuzigungsgruppe über dem Südportal weist starke Verschmutzungen auf und ist teilweise locker. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende dabei, den spätgotischen Schatz zu bewahren!
Noch bis ins 15. Jahrhundert war Freiberg dank Silberfunden um 1168 die reichste Stadt Sachsens. Und das wollte man beim Kirchenneubau am Untermarkt auch zeigen! Anstelle der bei einem Stadtbrand schwer geschädigten romanischen Basilika entstand unter den Brüdern Bartholomäus und Johannes Falkenwaldt ab 1484 ein spätgotisches Meisterwerk mit dreischiffigem Langhaus und sechs Jochen. Wie für Hallenkirchen typisch haben die Schiffe des Langhauses eine ähnliche Höhe und sind unter einem Dach vereinigt.
Im Innern des hellen Baus mit asymmetrischer Zweiturmfassade und großem schiefergedecktem Satteldach entfaltet die Gotik ihre volle Wirkmacht: Steil ansteigende Gewölbeanfänger – der Übergang zwischen Wand und der den Raum überspannenden Gewölbekonstruktion eines Rippengewölbes – sorgen für eine starke Betonung der Vertikalen und lenken den Blick gen Himmel. In halber Höhe zieht sich eine Empore mit Maßwerkbrüstung um den Bau. So sind auch die mit Kreuzbogenmaßwerk geschmückten hohen Spitzbogenfenster zweigeteilt.
Kaum aufzuzählen, so zahlreich und beeindruckend sind die Schätze im Innern des Freiberger Doms. Hier finden sich die noch aus dem Vorgängerbau stammende Goldenen Pforte – ein spätromanisches Rundbogen-Eingangsportal aus Sandstein – und der bis 1594 zur fürstlichen Grabeskapelle umgestalteten Chor; außerdem beherbergt der Dom zwei barocke Silbermann-Orgeln von 1714 und 1718 und die freistehende, von Pflanzen und Engeln umspielte „Tulpenkanzel“ im Mittelschiff aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Manch besonderes Kunstwerk entdeckt man auch erst beim Blick nach oben: Die hölzerne Kreuzigungsgruppe über dem Südportal der Kirche. Um 1500 entstanden gehört sie zu den wertvollen Schätzen des sächsischen Sakralbaus. Nahezu lebensgroß ist der gekreuzigte Christus zwischen Maria und Johannes im Trauergestus zu erkennen.
In unterschiedlichen Epochen und Jahrhunderten entstanden fügen sich die Kunstschätze von St. Marien mit der gotischen Architektur zu einem außergewöhnlichen Gesamtkunstwerk, für dessen Erhalt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits mehrfach eingesetzt hat.
Nun möchte sie beim Erhalt der hölzernen Kreuzigungsgruppe über dem unterstützen. Denn dieser religiösen Darstellung drohen sehr irdische Gefahren; Verschmutzungen lassen die einst bunten Farben der hölzernen Plastiken nur noch erahnen. Partiell auftretende Lockerungen der farbigen Bemalung müssen gefestigt und die Figuren restauriert werden. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende dabei!