Dorfkirche
Flieth-Stegelitz, Brandenburg

Dorfkirche

Kunstschatz inmitten einer idyllischen Landschaft

Inmitten der Uckermark liegt die kleine brandenburgische Ortschaft Flieth-Stegelitz. Auf dem Weg von Berlin nach Rügen käme man wohl eher nicht auf die Idee, die nahegelegene Autobahnabfahrt zu nehmen, um sich den Ort genauer anzusehen. Und auch für Besucher der Uckermark stehen wohl eher die zahlreichen Seen im Vordergrund als das Straßendorf mit seinen wenigen Einwohnern. Doch verdient Stegelitz durchaus mehr Aufmerksamkeit: Die Dorfkirche, ein stattlicher, aber schlichter Feldsteinbau mit mittelalterlichem Ursprung birgt wahre Schätze aus Renaissance und Barock. br/>

Mittelalterlicher Ursprung und opulente Pracht

Die Feldsteinkirche von Stegelitz in Brandenburg geht zurück auf das 13. Jahrhundert, als man einen stattlichen Saalbau errichtete. Ursprünglich schloss dieser mit einer flachen Holzdecke ab, Ende des 16. Jahrhunderts wölbte man den Kirchensaal nachträglich ein und unterteilte ihn durch den Einzug von zwei achteckigen Pfeilern in zwei Schiffe. Das hierbei entstandene Kreuzrippengewölbe stellt eine Besonderheit dar - es ist das Einzige in einer uckermärkischen Dorfkirche. Auch die Ausstattungsstücke des Baus sind von ungewöhnlich hoher Qualität. Aus dem reichen Inventar des 17. und 18. Jahrhunderts sticht vor allem der prächtige Renaissance-Altar heraus, laut Inschrift 1598 gestiftet von Johann und Christoph von Arnim - Stegelitz war lange Zeit im Besitz der von Arnims zu Gerswalde. Der hölzerne Aufsatz zeigt auf vier Ebenen Szenen aus dem Leben Jesu, im Zentrum eine figurenreiche Kreuzigungsszene. Die geschnitzten Bildfelder weisen noch die originale Farbfassung auf. Auch das marmorne Grabdenkmal, das sich Georg Abra­ham von Arnim 1734 selbst setzte, ist von erlesener Qualität. Geschaffen hat es vermutlich Johann Georg Glume, einer der bedeutendsten Berliner Barockbildhauer. Fast lebensgroß verewigte er den preußischen Generalfeldmarschall in Rüstung und Mantel, umrahmt von Herrschaftsinsignien.

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Das Dach wurde notgesichert

Der bauliche Zustand steht in krassem Gegensatz zur Bedeutung der Kirche. Der Dachstuhl ist vom Echtem Hausschwamm so schwer geschädigt, dass einzelne Hölzer weggebrochen sind und sich das Gewölbe bereits verformt hatte. 2019 unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz deshalb die Notsicherung des Daches. Der letzte Gottesdienst wurde hier 2015 zum Erntedankfest gefeiert. Die wertvolle Ausstattung ist inzwischen zu ihrem Schutz mit Spanplatten eingehaust. Dank eines im Winter 2017 gegründeten Fördervereins soll die Kirche wieder zum lebendigen Mittelpunkt des Dorfes werden. In ersten freiwilligen Arbeitseinsätzen wurde schon einmal das Umfeld verschönert, die Außenmauer von Efeu befreit, wird Gestrüpp vom Kirchhof entfernt. Ein Plus nicht nur für die Kirche, sondern auch für das Miteinander im Dorf - Kaufmann, Bäcker und Kneipe gibt es hier als soziale Treffpunkte schon lange nicht mehr.

Damit die weiteren Maßnahmen zum Erhalt der Kirche Hand und Fuß haben, unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2020 die Erarbeitung eines fundierten Sanierungskonzeptes.

Feldsteinkirche, erbaut im 13. Jhd. als Saalbau, Umbauten Ende des 16. Jhd., hochwertige Ausstattung aus Renaissance und Barock, Förderung 2019, 2020

Adresse:
17268 Flieth-Stegelitz
Brandenburg