Insel Poel, Mecklenburg-Vorpommern

Dorfkirche Kirchdorf

Landmarke mit Bischofsmütze in der Wismarer Bucht

Wie ein Fels in der Brandung steht die Dorfkirche Kirchdorf an der tief ins Innere der Ostsee-Insel Poel hineinragenden Wismarer Bucht. Der Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert diente mit seinem 47 Meter hohen Turm, gut erkennbar an seinem Helm in Form einer sogenannten „Bischofsmütze“, früher Seefahrern zur Orientierung. Heute bildet das Gotteshaus als einzige Kirche auf der Insel einen identitätsstiftenden Mittelpunkt für die Menschen der Region.

Doch die jahrhundertealten Malereien im Innenraum, die Schicht für Schicht von der bewegten Baugeschichte des Kleinods erzählen, sind akut gefährdet. Feuchtigkeitsschäden und starke Versalzungen lassen Schlimmes befürchten. Helfen Sie mit Ihrer Spende dabei, die wertvolle Kunst zu bewahren!

Bitte helfen Sie der Dorfkirche Kirchdorf

Ihre Spende kommt an!

Bewegte Baugeschichte in fünf Wandfassungen

Erbaut in der Spätromanik wurde die Kirche nach rund 100 Jahren wohl zu klein und daher verlängert. Das Langhaus erhielt im frühen 14. Jahrhundert seine gotischen Gewölbe, schlanke Bündelpfeiler und dreiteilige Spitzbogenfenster. Der Turm bekam in dieser Zeit seine Bischofsmütze und wuchs somit um 20 Meter in die Höhe. Als Herzog Adolf Friedrich I. von Mecklenburg-Schwerin (1588-1658) Anfang des 17. Jahrhunderts eine Befestigungsanlage mit einem Schloss errichten ließ, wurde auch die Kirche, die innerhalb der neu errichteten Wallanlagen lag, im Stil des Barock umgestaltet.

Im Inneren beeindrucken zwei mittelalterliche Schnitzaltäre, ein gotisches Triumphkreuz aus dem 15. Jahrhundert, eine Grabplatte aus dem 13. Jahrhundert sowie der reich verzierte Orgelprospekt von 1704.

Bunte Zeugnisse der Kirchenhistorie sind vor allem auch die Wandfassungen, also die Ausmalungen, die der Sakralbau in seinen 800 Jahren erhalten hat. Wie auf einer kunsthistorischen Spurensuche lassen sich so etwa das bauzeitliche Weihekreuz in roter Farbe unter der Orgelempore, eine Wandfassung aus dem 14. Jahrhundert und eine Figurengruppe an der Nordwand aus dem 15. Jahrhundert ausmachen. Im Barock erhielt das Gotteshaus seine vierte Neuausmalung: Am breiten Bogen zwischen dem Turm und dem Kirchenschiff leuchten grüne Akanthusblätter auf, darunter sind schemenhaft Figuren erkennbar.

Die jüngsten Kunstwerke stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in dieser Zeit wurde der Kirchenraum neogotisch überformt und mit akademischer Malerei ausgestaltet. Bei diesem Kunststil kommt es auf eine idealtypische Umsetzung der an Kunstakademien vermittelten Techniken und Regeln an. Oftmals wurden diese handwerklichen Meisterleistungen übermalt, in Mecklenburg-Vorpommern haben sich hingegen noch viele akademische Fassungen erhalten, so auch die Malereien in Kirchdorf mit cremefarbenem Grundton und ornamentaler Schablonenmalerei in hellem Kobaltblau.

Wertvolle Malereien drohen unwiederbringlich verloren zu gehen – bitte helfen Sie!

Die Sanierung von Dach und Außenhülle erfolgte, auch mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, bereits in den 1990er Jahren. Nun müssen die Schäden im Innern angegangen werden, hier haben eindringende Feuchtigkeit und Salz sichtbare Spuren hinterlassen. Die Zeit drängt, für die Kirche und ihre kostbaren Kunstschätze ist es fünf vor zwölf. Massive Substanzverluste drohen und die unteren Farbschichten lösen sich schon von der Wand. Helfen Sie mit Ihrer Spende, die gemalten Schätze an Wänden und Gewölben zu retten – jeder kostbare Quadratzentimeter zählt!