Ausgerechnet in der besinnlichen Adventszeit brach in der Dorfkirche in Lübbenow der Arm eines an der Decke hängenden barocken Taufengels ab. Ein Schock für die brandenburgische Gemeinde! Doch der Unglücksfall sollte zum Glücksfall werden, durch den massive Schäden im Gebälk der spätgotischen Saalkirche zutage traten. Dank ihrer schönen Malereien an Decken und Wänden wird die Dorfkirche Lübbenow als farbenfrohste Kirche in der Uckermark bezeichnet – in der der Holzwurm sein Unwesen treibt. Wie lange das marode 500 Jahre alte Dach noch halten wird? Ungewiss. Gewiss ist: Die Standhaftigkeit der Kirche ist akut gefährdet. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, um das Juwel in der Uckermark zu retten!
Die Engelsfigur kam erst 1727 in das Gotteshaus. Erbaut wurde die Saalkirche mit dreiseitigem Chorabschluss schon im frühen 16. Jahrhundert. Dendrochronologische Untersuchungen an den Hölzern aus dem Dachstuhl deuten auf eine Fertigstellung um 1515 hin. Errichtet wurde der kleine Sakralbau aus hellen Feldsteinen und rötlichen Backsteinen. Ein verschieferter Dachreiter ziert den Westgiebel; an der südöstlichen Chorwand befindet sich ein flacher Patronatslogenanbau. Von außen macht das Kleinod, umgeben von einer Grünanlage mit Friedhof, trotz seiner Jahrhunderte einen robusten, beinahe wehrhaften, Eindruck.
Im Innenraum führt der Blick nahezu unweigerlich nach oben zu einer meisterlich ausgemalten Wolkendecke. Hin und wieder gucken verschmitzt Engelsköpfe zwischen den Wolken hervor. Entstanden ist der Himmel bei der barocken Umgestaltung der Kirche im 17. Jahrhundert. Umstandslos fügen sich die Deckenmalereien und die bauzeitlichen Seccomalereien – eine Technik, bei der auf trockenen Putz oder Mauerwerk gemalt wird – mit volkstümlichen Heiligen und Aposteldarstellungen zu einem harmonischen Ganzen. Der geschlossene Gesamteindruck des Innenraums der Dorfkirche Lübbenow wird durch die reich verzierte Kanzel und den prachtvollen Altar mit Kreuzigungsszene komplettiert.
Dass am 500 Jahre alten Gotteshaus etwas getan werden muss, war schon vor dem Engelsunfall klar. Doch wie schlimm es um das wertvolle Kirchlein tatsächlich stand, wurde erst deutlich, als man die Kette, an der der Engel hing, herabließ: Witterungseinflüsse und ein undichtes Dach hatten den idealen Nährboden für Holzwürmer geschaffen. Bei einer Restaurierung in den 1970er-Jahren verbaute Betondachsteine sind porös geworden; in ihnen ist vermutlich der Grund für die heutige Misere zu finden. Fatal ist, dass die Holzwürmer nicht nur den bauzeitlichen Dachstuhl, sondern auch bereits die wertvolle Innenausstattung befallen haben. Um weitere Schäden zu verhindern, müssen die Dacheindeckung und -konstruktion, inklusive der Deckenbalkenlage, saniert werden – und das möglichst bald, sonst droht akute Einsturzgefahr. Für das spätgotische Kleinod ist es fünf vor zwölf!
Entsprechend wurde auch der Taufengel in ein sicheres Asyl in einem benachbarten Sakralbau gebracht – sein Arm ist noch geschient. Zurückkehren soll er erst, wenn die Dorfkirche in Lübbenow restauriert ist. Motivation für den langen Weg, der dafür noch bevorsteht. Der wichtige erste Schritt ist die Erstellung eines Sanierungsgutachten und damit die bauliche Notsicherungsmaßnahme zur Rettung der Kirche. Ihre Spende leistet dabei einen wichtigen Beitrag!