Die Feldsteinkirche in Osterwohle stammt in ihrem Ursprung aus dem 13. Jahrhundert. Bis etwa 1620 wurde der Bau Außen und Innen im frühbarocken Stil umgestaltet. Der Bauherr war der damalige Probst, Alfred von der Schulenburg. An der Westseite der Kirche wurde ein Treppenturm angebaut und ein barocker Turm ins Dach integriert.
Es handelt sich um einen massiven langgestreckten Saalbau mit Stufengiebeln und achteckigem, verschieferten Dachturm, bestehend aus barocker Haube und Laterne. Den Zugang zum Turm gewährt ein auf halbkreisförmigem Grundriss vor den Westgiebel gesetzter Treppenturm, der auch eine barocke Haube trägt. Weiterhin wurde der Bau bei der barocken Umgestaltung verputzt, die Fenster wurden vergrößert und von Dreiecksgiebeln bekrönt und die Giebel zu Schweifgiebeln umgestaltet.
Gleichzeitig mit dem Außenumbau entstand 1607-21 im Auftrag der Familie von der Schulenburg der Innenausbau und die Kirchenausstattung, die zu den qualitätvollsten Beispielen norddeutscher manieristischer Kunst zählt. Die Kassettendecke ist reich geschnitzt, mit herabhängenden Pinienzapfen, Rosetten und Maskenköpfen. Die Westempore ist als Herrschaftsloge besonders prachtvoll gestaltet: Hermenpilaster rahmen die Brüstungsfelder, Gesimse und ein gesprengter Segmentgiebel krönen die Schaufassade. Altarschranken, eine Kreuzigungsgruppe, Gestühl, Taufbecken, die 1621 datierte Kanzel, Altaraufsatz und eine Reihe von Grabmälern der Grafen von der Schulenburg vervollständigen die einheitlich holzsichtige Ausstattung. Für die Dorfkirche von Osterwohle wurde in der treuhänderischen Verwaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Ulrike und Oskar Klinge-Stiftung errichtet. Zwischen 1999 und 2015 stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wiederholt Mittel für die Sanierung des Dachturms und die Restaurierung der Kanzel und weiterer Ausstattungsstücke zur Verfügung.
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