Dorfkirche Riethgen
Riethgen, Thüringen

Dorfkirche Riethgen

Beten unter Brettern

Die Kirche St. Trinitatis in der kleinen Thüringer Gemeinde Riethgen im Kreis Sömmerda blickt auf eine 340-jährige Geschichte zurück. Schon im Mittelalter entstand hier unweit der Unstrut eine Kirche. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg entstand sie 1661/62, vermutlich unter Verwendung älterer Bauteile, neu. Der Glanz früherer Jahrhunderte ist jedoch seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen. Kinder und junge Erwachsene kennen ihre Taufkirche nur mit einem massiven Gerüst im Inneren. Als Schutz vor herabfallendem Deckenputz musste eine Zwischendecke aus Holzbrettern in den Sakralbau gezogen werden, der darüber liegende Schatz zerfällt vor Blicken abgeschirmt. Die kunstvoll gestaltete barocke Kirchendecke mit ihren Kartuschen und Bildmotiven braucht dringend Hilfe!

Bitte helfen Sie der Dorfkirche Riethgen!


Ein barockes Kleinod mit großen Problemen

Ab dem 13. Jahrhundert gehörte Riethgen zur Niederlassung des Deutschen Ordens im nahegelegenen Griefstedt. Diese sogenannte Komturei wurde gegründet, weil keine Geringeren als die Landgrafen von Thüringen, Hermann II., minderjähriger Sohn der heiligen Elisabeth von Thüringen, und Heinrich Raspe, schwägerlicher Vormund, 1234 einige Güter und den Ort Riethgen dem Ritterorden schenkten. Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-48) hatte die Region stark zu leiden, das Dorf wurde mehrfach verwüstet, die Vorgängerkirche zerstört. Nach dem Wiederaufbau in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts präsentiert sich der Bau heute als schlichte, aus Bruchstein errichtete Saalkirche mit einem Mansarddach und einem westlich aufgesetzten Fachwerkturm. Durch je drei Fensteröffnungen an der Nord- und Südwand fällt Licht in den Bau, dessen Inneres man 1711 barock ausstattete. An der Westseite baute man eine zweigeschossige Empore ein. Der obere Teil des barocken Kanzelaltars mit seiner monumentalen Säulenarchitektur und den hochwertig geschnitzten, lebensgroßen Holzfiguren des Moses und Johannes des Täufers verschwindet heute nach oben in die zum Schutz eingezogene Zwischendecke und wird dadurch seiner beeindruckenden Wirkung beraubt.

Etappenreicher Weg bis zur endgültigen Rettung

St. Trinitatis überstand den bereits genehmigten Abriss zu DDR-Zeiten; die Beseitigung des Sakralbaus wurde aus Geldmangel nicht umgesetzt. 1955 waren nach einem Blitzschlag Turm und Kirchendach noch repariert worden, doch nachdem 1963 der erste Putzbrocken von der Decke fiel, wurde das Gotteshaus zwei Jahre später gesperrt. An einen grundlegenden Bauunterhalt war bis zur Wende nicht mehr zu denken. Erst nach der Wiedervereinigung wurde mit der umfassenden Restaurierung begonnen, Maßnahmen wie die Sanierung des Dachs und des einsturzgefährdeten Turms konnten in den letzten dreißig Jahren abgeschlossen werden. Doch steht mit der vollständigen Wiederherstellung der barocken Decke eine weitere große Herausforderung bevor.

Aktuell möchte man es fast gutheißen, dass der Zustand der Spiegeldecke nicht zu sehen ist. Große Löcher geben den Blick auf morsche Holzbalken frei, Rohrmatten sind zu sehen, die den abgeplatzten Deckenputz trugen. Risse durchziehen den Putz, die Malereien und den Stuck der rahmenden Kartuschen. Vor der Rettung der Decke bedarf es weiterer Maßnahmen: Erst wenn das Mauerwerk der Südwand und des Westgiebels verfugt und verputzt ist, kann mit den Zimmermannsarbeiten an der schadhaften Unterkonstruktion der Spiegeldecke begonnen werden. Im Anschluss daran können der Putz sowie die Stuckprofile und die Farbfassung der Decke restauriert werden, worunter auch die Kartuschen mit den emblematischen Malereien fallen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende bei diesem großen Vorhaben!

Saalkirche mit Mansarddach und westlich aufgesetztem Fachwerkturm. In der zweiten Hälfte des 17. Jh. aus Bruchstein errichtet unter Verwendung von Bauteilen des mittelalterlichen Vorgängerbaus, barocke Innenausstattung. Förderung 2021

Adresse:
99638 Riethgen
Thüringen