ehem. Herrenhaus Heinrichsruh

Wenn Visionen wahr werden

Am Anfang des 18. Jahrhunderts war nicht nur die Neue Welt noch größtenteils unbesiedelt, auch in Preußen selbst gab es noch menschenleere Territorien. So begab es sich, dass Preußens Könige den Domainenrat Christoph Ludwig Henrici (1699-1758) damit beauftragten, Ueckermünde hoch oben in Vorpommern urbar zu machen.

Der Advokat des Königs erfüllte ab etwa 1726 die Visionen seiner Herren. Er siedelte Kolonisten an, gründete zwölf Dörfer, vier Glashütten und eine Eisenhütte im Bereich Torgelow. 1748 gründete Henrici den Ort Heinrichsruh, schuf dort von 1750-52 das Herrenhaus und den Barockgarten Heinrichsruh - einen reich ausgestatteten Alterssitz, der von einer Gartenanlage im französischen Stil eingerahmt wurde.
Henrici starb bald und das Gut ging bereits 1769 Konkurs. 1834 musste die Familie Henrici das Anwesen verkaufen. Mehrere Besitzer folgten. Sie konnten aber den wirtschaftlichen Niedergang nicht aufhalten. So wurde das Gut nie modernisiert - was damals tragisch erschien, für die heutige Denkmalpflege aber ein authentisches, spätbarockes Geschenk ist.

Doch bis Ende der 90er Jahre war Gut Heinrichsruh annähernd dem völligen Verfall preisgegeben. 1997 begannen Studenten naher Kunsthochschulen mit der Wiederbelebung. 1999-2003 förderte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Instandsetzung mit erheblichen Mitteln. Seitdem umweht Gut Heinrichsruh internationales Flair. Denn der Ort ist eine Heimstätte schöner Künste geworden. So hat die Malerin Claudia Hauptmann die Wände in ihre Werke mit einbezogen. Und zahlreiche Konzerte, Maskenbälle sowie Ausstellungen füllen die Vision des „Vorpommerschen Künstlerhauses“ mit Leben.

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Stattlicher barocker Fachwerkbau mit Mansarddach, 1752-54, Förderung 1999, 2001, 2003

Adresse:
Dorfstraße
17379 Torgelow
Mecklenburg-Vorpommern