Ehem. Stadtgut

An der Straße von Merseburg nach Meißen ließ Markgraf Otto am linken Muldeufer um 1170 eine Siedlung anlegen. Im 13. und 14. Jahrhundert entwickelte sich Grimma zu einer der wichtigen Residenzen der Wettiner und kam durch Handel, die Tuchmacher- und Weberei zu Wohlstand. Das ehemalige Stadtgut bestand aus dem - nach dem Hochwasser nicht mehr zu erhaltenden - Vorderhaus an der Leipziger Straße und mehreren Wirtschaftsgebäuden im hinteren Grundstücksbereich. An der Ecke Weberstraße/Leipziger Straße sind Reste des im Kern mittelalterlichen Wohnturms unverändert überkommen. Der Wohnturm steht durch den Einsturz des Wohnhauses Leipziger Straße 5 nun frei und stammt aus der Zeit um 1250. Vermutlich diente er einst als Gerichtslaube. Er gehört zu den wenigen Gebäuden dieses Typs in Sachsen. Auf Grundlage einer dendrochronologischen Untersuchung ist ein Umbau des Wohnturms zum Wohnhaus um 1460 greifbar. Um 1600 wurde dieser durch das Wohnhaus an der heutigen Leipziger Straße ergänzt und um 1800 nochmals umgebaut. Durch das Hochwasser im Sommer 2002 sind Verformung und Risse an den Außenwänden des Turmes sowie die Verschiebung des Dachstuhls aufgetreten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat 2002 die Stabilisierung des Dachstuhls und der gefördert. 2004 hat sich die Stiftung an den Instandsetzungsmaßnahmen der Außenhülle und der Innenräume des Wohnturms finanziell beteiligt.

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Ehem. Wohnturm mit jüngeren Nebengebäuden, um 1250, Umbau um 1460, Ausbau 18./19. Jh., Förderung 2002, 2004

Adresse:
Weberstraße
04668 Grimma
Sachsen