Wadgassen, Saarland

Ehem. Bahnhof Differten

Der letzte seiner Art

Über knapp 71 Kilometer führte die Bahnstrecke vom saarländischen Völklingen in das französische Thionville (dt.: Diedenhofen). Die regional auch „Bisttalbahn“ genannte Bahn transportierte ab 1880 zunächst ausschließlich Eisenerz, wurde aber bald auch für den Personenverkehr geöffnet. Noch bis in die 1990er-Jahre verkehrte der Zugverkehr auf der Strecke, an der ursprünglich sieben Empfangsgebäude standen. Heute gibt es nur noch eines davon – den Bahnhof Differten. Das zweigeschossige Gebäude gehört zu den Ältesten dieses Bautyps im Saarland. Mit seiner variantenreichen Gestaltung und der hohen handwerklichen Qualität der Bauausfüh­rung zeugt er von der einstigen Bedeutung der Eisenbahnstrecke. Helfen Sie beim Erhalt des eindrucksvollen Industriedenkmals!

Helfen Sie bei der Rettung des ehem. Bahnhofs Differten!

Ihre Spende kommt an!

Bahnhof für Eisenerz und Reisende

Die von den Reichsbahnen Elsass-Lothringen zum Transport von Eisenerz konzipierte Bahnlinie Völklingen-Thionville wurde schnell zu einer der erfolgsreichten Bahnen ihrer Zeit. Die Strecke wurde 1888 zweigleisig ausgebaut, täglich fuhren hier zahlreiche Güter- und Personenzüge. Rund acht Kilometer vor dem Endhalt in Völklingen passiert die Bahn den kleinen Ort Differten, heute ein Ortsteil der Gemeinde Wadgassen.

Das Bahnhofsgebäude in Differten wurde nach heutigem Kenntnisstand um 1880 errichtet. Mehr als ein Jahrhundert diente es als Empfangsgebäude. Durch drei große Eingangstüren konnten Besucher hier ein- und austreten. Der zweigeschossige Bau besteht aus einem massiven Erdgeschoss und einem Fachwerkobergeschoss. Im Erdgeschoss befanden sich einst die Schalterhalle und ein Warteraum. Hohe, stichbogige Öffnungen gewährten den Zugang zu den Gleisen. Das Obergeschoss ist über ein separates Treppenhaus erschlossen und diente vermutlich als Wohnung für den Bahnwärter. Das Dachgeschoss wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgebaut.

Vermutlich 1888 wurde das Gebäude im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Strecke auf der Ostseite um einen eingeschossigen Anbau er­weitert. Wie das Haupthaus ist dieser in einem ockerfarbenen Putz gehalten, was zu einem harmonischen Eindruck des Gesamtbaus führt. Ungewöhnlich für die Region ist die Verwendung eines weit auskragenden Dachs, dessen Pfetten – den in Längsrichtung auf Giebelwänden, Querzwischenwänden, Pfosten und Kniestock aufliegen Träger einer Dachkonstruktion – von verzierten Kopfstreben abgestützt wer­den. Die Verkleidung des Obergeschosses mit kleinen Holzschindeln erinnert an süd­deutsche Bautradition und sucht im Saarland seinesgleichen.

Historisches Industriedenkmal leidet unter Feuchtigkeit – bitte helfen Sie!

Nach der Stilllegung der Bahnstrecke 1992 wurde es auch still um das Bahnhofsgebäude. Die Spuren sind heute überdeutlich sichtbar: Das architektonische Kleinod stand viele Jahre leer, wurde vermüllt und durch Vandalismus zusätzlich beschädigt. Besonders das Dach ist betroffen. Es ist an mehreren Stellen undicht, die Feuchtigkeit hat bereits Schäden am Gebälk verursacht. Schnelles Handeln ist gefragt! Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte bei den umfangreichen Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen unterstützen, um das wertvolle Zeitzeugnis zu bewahren. Ihre Spende leistet dabei einen wichtigen Beitrag! Wenn das Dach repariert ist, soll der ehemalige Bahnhof dauerhaft eine neue Funktion als Wohn- und Ferienhaus erhalten.