Auf einem von Fürst Jaromar II. gestifteten Gelände am
westlichen Rande der Altstadt entstand um 1250 eine Niederlassung
des Dominikanerkosters. Sie ist damit eine der der ältesten
Klosteranlagen im Ostseeraum. Für die der Heiligen Katharina
gewidmeten Kirche ist eine Weihe im Jahre 1287 durch den Bischof
von Schwerin überliefert, die sich vermutlich auf den Chor bezieht.
Im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts wird der gesamte Bau
vollendet gewesen sein. Im Zuge der Reformation ging das Kloster im
Jahr 1525 vorübergehend in städtischen Besitz über, endgültig im
Jahr 1902. Seit 1924 wird die Klosterkirche museal genutzt, seit
1972 vom Museum für Meereskunde und Fischerei. Auch das
Kulturhistorische Museum hat in den ehemaligen Klostergebäuden
seinen Hauptsitz.
Der Komplex des Katharinenklosters liegt im Stadtzentrum der
historischen Altstadtinsel Stralsunds und ist mit seinen mächtigen
Dachflächen bestimmend für die Silhouette der Stadt. Die
dreischiffige Hallenkirche hat acht Joche und ist durch ein
Kreuzrippengewölbe überfangen. Die schmalen Fenster - insbesondere
die des Chores - weisen aufwendiges Maßwerk auf.
An die Kirche schließen sich zwei benachbarte Kreuzgänge mit
gewölbten Flügelbauten an. Die Klosteranlage birgt mit dem
sogenannten Remter einen der größten Klausurbauten der
Backsteingotik. Die miteinander verwobenen spätgotischen Netz- und
Sterngewölbe im Klausurbereich sind ebenso bedeutende Zeugnisse
ihrer Zeit wie die gotischen Wandmalereien.
1997 und 2011 stellte die Stiftung Mittel, insgesamt einen
sechsstelligen Betrag, für die Sanierung des Kirchendaches des
heutigen Meeresmuseums und die Entsalzung des Mauerwerks zur
Verfügung.