Fagus-Werk
Alfeld, Niedersachsen
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Fagus-Werk

Die im wesentlichen zwischen 1911 und 1914 entstandene Schuhleistenfabrik von Walter Gropius und Adolf Meyer gilt als Inkunabel des "Neuen Bauens". Pate stand die seinerzeit revolutionäre Idee der "Corporate Identity", in diesem Falle die Darstellung und Charakterisierung eines Unternehmens durch die Ausgestaltung der Werksarchitektur. Das Lagerhaus entstand zwischen 1911 und 1914. Es diente zum Trocknen des auf Grobleistenlänge geschnittenen und mit Sägeschnitt vorgeformten Holzes. Spaltböden und Lüftungsluken sorgten für eine starke Luftzirkulation und damit für die Trocknung des Buchenholzes. Auf dem massiven Kellergeschoss erhebt sich das mit gelben Klinkern versehene Erdgeschoss, dessen Innenwände nur in einer Holz-Stützen-Konstruktion ausgeführt wurden. Die Außenwände der drei folgenden Obergeschosse bestehen aus Holzfachwerk, das ausgemauert wurde. Die von außen vorgemauerten Langlochziegel wurden mit grobkörnigem Außenputz versehen. Das vierte Obergeschoss trägt eine mittig aufgesetzte Laterne und war ehemals mit Schiefer abgedeckt. Die Flachdächer wurden mit Dichtungsbahnen auf Schalung ausgeführt, alle Außenwandöffnungen sind mit Holzlamellen verschlossen. Neben der konstruktiven und ästhetischen Gestaltung haben die Faguswerke in ihrem sozialgeschichtlichen Zusammenhang eine große Bedeutung und stehen daher als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Der soziale Anspruch von Gropius und dem Bauherrn Benscheidt bei der Fabrikeinrichtung und der Gestaltung der Arbeitsplätze wirkt bis heute nach. Das Lagerhaus wurde bereits im Rahmen der EXPO als Ausstellungsgebäude einbezogen, seither nutzt es die Firma Fagus-Grecon ebenfalls zu Ausstellungszwecken. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich 1998/99 an der Sanierung dieses bedeutenden Baudenkmals.

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Stahlkonstruktion mit Klinkerverblendung und Vorhangfassade, 1911-14 von Walter Gropius, Förderung 1998/99, 2014

Adresse:
Hannoversche Str.
31061 Alfeld
Niedersachsen