Fellenbergmühle
Merzig, Saarland
Foto: Lokilech, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Fellenbergmühle

Ein völlig untypisches Museum

Viele, die das feinmechanische Museum Fellenbergmühle in Merzig an der Saar betreten, werden schnell den menschlichen Reiz verspüren, auch anfassen zu dürfen. Das scheinbare Gewirr aus Maschinen und Transmissionsriemen erzeugt eine Atmosphäre, die jeden Besucher sofort in ihren Bann zieht. Das liegt auch daran, dass der Werkstattcharakter erhalten geblieben ist. Und in der Tat, haptisch erfahren kann man hier bis heute, sogar zusehen wie zum Beispiel die eigenen Trauringe geprägt werden. Denn die Maschinen sind bis heute funktionsfähig. Leider ist jetzt die Wasserturbine stark verrostet, so dass man die Werkstatt nur noch mit geringer Drehzahl in Betrieb halten kann – noch!

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Seit 1927 deutsche Präzision mittels Wasserenergie

Der feinmechanische Betrieb wurde 1927 von Johann Peter Hartfuß gegründet. Er richtete den Betrieb in einer Mühle ein, in der zuvor nur Getreide und Öl gemahlen wurde. Die war 1767 am Merziger Seffersbach gebaut worden. Der schnellfließende Bach trieb einmal bis zu 32 Mühlen an. Der feinmechanische Betrieb stellte Maschinen und Werkzeuge für Uhrmacher her. Denn deutsche Präzisionsarbeit war immer begehrt auf der ganzen Welt. Die Uhren von damals ticken heute noch – erschaffen mit Technik aus Merzig! Die Kraft für die Antriebswellen wurde zunächst mittels Wasserrad generiert. Die Steigerung der Effizienz erfolgte zwei Jahre später im Jahr 1929 durch Installierung einer Francis-Turbine. Die konnte zusätzlich zu den Fertigungsmaschinen mittels Transmission auch einen Gleichstromgenerator antreiben. Eine der erfolgreichen Eigenentwicklungen des Betriebs war die im Jahre 1931 entwickelten und patentierten Trauring Graviermaschine Cardan, mit der sich auch heute noch in wenigen Minuten die gewünschten Initialen eingravieren lassen.

Wasserturbine verrostet

Der Betrieb ist für den Besucher nach der Restaurierung 1997 als Museum authentisch nachvollziehbar - von der Energieversorgung bis zur Vorführung der Maschinen. Doch die Schaufeln an der Francis-Turbine, sind stark verrostet, sodass die nötige Drehzahl zum Betrieb nicht mehr erreicht wird. Der Museumsbetrieb kann momentan im wahrsten Sinne des Wortes nicht aufrecht erhalten bleiben. Wir hoffen, dass wir Sie für dieses außergewöhnliche Museum begeistern können – helfen Sie mit Ihrer Spende, die Turbine instand setzen zu können!

1767 als Getreide- und Ölmühle errichtet, Umbau 1927, Förderung 2018

Adresse:
Marienstr.
66663 Merzig
Saarland