Dänischenhagen, Schleswig-Holstein

Gasthof „zur Eiche“

Treffen wir uns in der „Eiche“? – gelebte Dorfkultur in Dänischenhagen

Klirrende Gläser, Gelächter und der Geruch von Essen – im historischen Landgasthof „zur Eiche“ in Dänischenhagen, Schleswig-Holstein, war immer etwas los. Die Wirtschaft steht schon seit Jahrhunderten im historischen Ortskern der kleinen Gemeinde nördlich von Kiel. Jeder hier kennt sie und die meisten verbinden auch besondere Erinnerungen mit der Gaststätte. Im großen Saal des Backsteinbaus wurden alle wichtigen Ereignisse im Dorf gefeiert. Doch seit 2010 gehört all das der Vergangenheit an. Der einst so beliebte Treffpunkt stand lange leer und verfiel immer mehr. So bald wie möglich soll hier wieder Leben einkehren, doch vorher ist noch viel zu tun! Besonders die hölzernen Kreuzstockfenster sind stark geschädigt. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende bei der Instandsetzung!

Bitte helfen Sie dem Gasthof „zur Eiche“ in Dänischenhagen!

Ihre Spende kommt an!

Wirtschaft von und für Landwirte

Nach der Kirche ist der Gasthof zur Eiche das zweitälteste Gebäude in Dänischenhagen. Entstanden ist der repräsentative Bau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert als Teil eines landwirtschaftlichen Guts. Die Einnahmen aus der Wirtschaft dienten den Landwirten als Zweiterwerb. Eine geschickte Kombination: Als Kutschenstation an der Grenze zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein häufig aufgesucht, konnten die Wirte den Reisenden dort ihre hofeigenen Produkte anbieten. Eine original erhaltene Rauchkammer unter dem Dach zeugt noch von dieser Tradition. Im späten 19. Jahrhundert wurde das Gebäude nach Norden durch einen tonnengewölb­ten Saalanbau erweitert.

Nebengebäude aus dem 19. Jahrhundert sind inzwischen verschwunden, auch der historische Biergarten ist leider nicht mehr vorhanden. So ist die Gaststätte heute das einzig verbliebene Zeugnis des Gehöfts. Eindrucksvoll steht der eingeschossige Backsteinbau in der Dorfmitte, er erhebt sich über einem dunkelgrün verputzten Natursteinsockel und wird von einem Halbwalmdach abgeschlossen. Über dem mittig angeordneten Eingang befindet sich ein balkonartiges Vordach mit Brüstungsgitter, das von zwei gusseisernen, ursprünglich hölzernen, ioni­schen Säulen getragen wird. Darüber erhebt sich ein breites, dreiachsiges Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel und halbrundem Fenster. Die Eingangstür, die Fenster, Säulen und Balkongitter sind einheitlich und elegant in dunklem Grün und Weiß gehalten – so entsteht ein harmonisches und „typisch“ norddeutsches Gesamtbild, das zum Eintreten einlädt.

Seinen heutigen Namen, der noch immer über der schmuckvollen Tür steht, erhielt der Gasthof erst in den 1950er Jahren, als die damaligen Eigentümer dort das Bier der Kieler Brauerei „Zur Eiche“ ausschenkten.

Einst voller Leben, heute leblos in der Dorfmitte – bitte helfen Sie!

Als sich 2010 kein Nachfolger für die Wirtschaft finden lassen wollte, war es für die Einwohner Dänischenhagens ein Stich ins Herz. Den Gasthof so leer zu sehen, schmerzt hier viele. Zwölf Jahre war das Denkmal dem Verfall ausgesetzt und blieb ungenutzt. Neue Eigentümer bringen nun wieder Hoffnung auf neues Leben in der „Eiche“. Ein Anfang ist gemacht, hier finden bereits einzelne Kulturveranstaltungen statt. Doch für eine dauerhafte Nutzung ist noch viel zu tun. Schritt für Schritt soll die Sanierung angegangen werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hilft dabei – tatkräftig durch Engagement der jungen Freiwilligen ihrer Jugendbauhütte Lübeck und auch finanziell. Die private Stiftung möchte bei der Instandsetzung der schönen Kreuzstockfenster unterstützen. Sie sind teilweise verzogen und müssen komplett überarbeitet werden. Ihre Spende leistet dabei einen wichtigen Beitrag!

Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr