Geismühle
Krefeld, Nordrhein-Westfalen
Aussenansicht, Gesamtansicht, Winter, Sonne, blauer Himmel, Turmwindmühle, Getreidemühle, erbaut um 1300, Windmühle, Turm-Holländerwindmühle, restauriert, Hügel, 4 Segelgatterflügel

Geismühle

Ein typisches Beispiel der frühen Umnutzung von Wehrarchitektur ist die Geismühle in Krefeld. Unmittelbar an der Autobahn 57 im rauschenden Straßenlärm steht das Krefelder Wahrzeichen heute. Entstanden ist sie aus einem Wehr- und Wachturm, der wohl aus dem 14. Jahrhundert stammt. Er war der Burg Linn in Sichtweite vorgelagert und diente der Überwachung der dort verlaufenden Fernhandelsstraße. Der bauchige Mühlenrumpf aus Backstein mit seinen unregelmäßig angeordneten Schießscharten und Fenstern verweist auf diese frühere Funktion. An die Zeit als Wachturm erinnern auch Kamine im Inneren, was für Mühlen wegen der Brandgefahr sehr unüblich ist. Erstmals wird die Mühle im 16. Jahrhundert erwähnt. Sie wurde als kurfürstliche Bannmühle eingerichtet, d. h. die Bauern der Umgebung durften nur hier ihr Getreide mahlen lassen. Beim Umbau zur Mühle wurden die meterdicken Außenmauern des Kellers, der nun im aufgeschütteten Mühlenhügel liegt, durchbrochen, um eine Wageneinfahrt zu schaffen. 1808 wurde die Mühle außerdem aus windtechnischen Gründen aufgestockt. Die Kappe der Windmühle, die heute mit 4.000 Eichenholzschindeln wieder komplett restauriert ist, lässt sich drehen. So können die Flügel mittels eines Schwertbalkensystems, das an der Rückseite der Kappe angebracht ist, direkt in den Wind geführt werden. Um dieses Drehwerk bedienen zu können, wurde ein Hügel um die Mühle aufgeschüttet. Die Flügel berühren nun fast den Boden und machen die Mühle damit zu einem Grundsegler. Die Geismühle stellte ihren Betrieb erst am Ende des Zweiten Weltkrieges ein. Aufgrund anschließender langjähriger Vernachlässigung waren nicht nur das Mahlwerk und die Flügel defekt. Ein engagierter Förderverein steckte viel Zeit, Engagement und Arbeitskraft in die Restaurierung der Mühle. Dabei wurde er auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt. Interessierte können die Mühle bei regelmäßigen Führungen nun wieder besichtigen.

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Holländerwindmühle aus Backstein, 14. Jh. als Wehrturm, Umbau Mitte 15. Jh., mehrfach erneuert, Förderung 2005, 2008

Adresse:
An der Geismühle
47809 Krefeld
Nordrhein-Westfalen