Der Ort Bad Kösen kann auf eine lange Geschichte der Solegewinnung zurückblicken. Erstmals wurde hier im Jahr 1681 der Versuch unternommen, einen Schacht zu bauen, um an verwendbare Sole zu gelangen. Dieser erste sowie weitere folgende Versuche scheiterten jedoch zunächst. 1730 wurde schließlich nach erneuten Arbeiten die erste verwertbare Sole am späteren Gradierwerk Bad Kösen zu Tage befördert. Die Anlage, welche dazu gebaut wurde, existiert heute nicht mehr. Lediglich ihr Wasserrad blieb in veränderter Form erhalten. Der heute noch betriebene Schacht wurde im Jahre 1731 erschlossen, gefördert wurde hier ab 1735. Die Verwaltung der umliegenden Salinenwerke saß ab 1737 in Bad Kösen, ihr erster Direktor war Gottfried Borlach. 1779 wurde das heutige Gradierwerk gebaut, 1805 war das gesamte Salzwerk vollständig ausgebaut. Im Jahre 1818 wurde das sogenannte Kunstgestänge erweitert und restauriert. Es war dafür zuständig, mechanische Bewegungen zu übertragen, und ist bis heute nahezu originalgetreu erhalten geblieben. 1819 begann der geregelte Badebetrieb unter Leitung der Salinenverwaltung, 1845 wurde dieser Betrieb öffentlich. Die Anlage lief ab 1849 auf Hochtouren, doch knapp zehn Jahre später wurde ihre Einstellung veranlasst. Die Salzgewinnung an den Salzsteinlagerstätten versprach höhere Effektivität. Infolgedessen wurden die meisten Anlagen des Salzwerkes abgerissen. Allein die Soleförderung zu Badezwecken blieb weiterhin genehmigt. Daher blieben die dafür notwendigen Anlagen bestehen, unter anderem das noch heute erhaltene Gradierwerk. Der Badebetrieb samt Anlagen und Nutzungsrechten wurde 1895 auf die Stadt Kösen übertragen. Damit verbunden war die Auflage, die Sole nur für medizinische Zwecke zu nutzen. Das Gradierwerk wurde nun fest in den Kurbetrieb eingebunden. Seit 1935 trägt die Stadt Kösen den Badtitel im Ortsnamen. Auch heute befindet sich hier noch ein Solethermalbad. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich an der Förderung von Maßnahmen zum Erhalt der Anlage.