Gutshaus Scharpzow liegt in der Nähe von Malchin an der Mecklenburger Seenplatte. Hier lernten sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hoffmann von Fallersleben (1798–1874), der Autor des Textes der Deutschen Nationalhymne, und der Mundartdichter Fritz Reuter (1810–1874) kennen. Eingeladen hatte der bürgerlich oppositionelle Pächter, Karl Müller. Die damalige barocke Gutsanlage fiel später einem Brand zum Opfer und wurde 1896 von dem Mecklenburger Architekten Georg Daniel (1829–1913) neugestaltet. Nach der Wiedervereinigung stand die Gutsanlage 20 Jahre lang leer, bis die heutigen Eigentümer es wagten, sich des maroden Gebäudes mit 1.100 Quadratmetern Wohnfläche und 32 Zimmern und dem denkmalgeschützten Landschaftspark aus dem 18. Jahrhundert anzunehmen. Nun sollen die Säle im Erdgeschoss, die anschließende Terrasse und die Eingangstreppe instandgesetzt werden. Jede Spende hilft!
Georg Daniel, der Hofbaumeister der Mecklenburger Herzöge, verantwortete einige Bauten, darunter auch das Staatstheater in Schwerin. In historistischem Stil entwarf er das Gutshaus Scharpzow auf einem L-förmigen Grundriss. Durch einen Keller mit einer Deckenhöhe von 2,80 Metern entsteht ein Sockelgeschoss, über dem sich der eingeschossige Bau aus Backstein erhebt. Der Eingang des Gebäudes ist mit einem hohen Mittelrisalit geschmückt, ein aus der Flucht des Gebäudes vortretender Gebäudeteil. Über eine Freitreppe gelangt man durch die noch original erhaltene Eingangstür ins Innere, wo noch Einiges der originalen Ausstattung erhalten ist. Unter anderem entdeckte man den ersten Papierstuck Mecklenburgs aus der Zeit um 1900. Im Westteil des Anwesens hatte der Herr des Hauses seine Zimmer und beaufsichtigte den Wirtschaftsteil. In der Osthälfte befanden sich die Zimmer der Frau, das Esszimmer und der Saal.
Zu dem großen Gebäude gehört ein 3,5 Hektar großer, denkmalgeschützter Landschaftspark mit altem Baumbestand aus dem 18. Jahrhundert. In ihm befindet sich ein kleiner Teich und das Federviehhaus, eines der letzten von ursprünglich vielen Wirtschaftsgebäuden, die zu dem Gutshaus gehörten.
Gut Scharpzow war in einem bedauernswerten Zustand, als es gerettet wurde. Weil Feuchtigkeit in das Haus dringen konnte, sind manche Holzeinbauten bereits verloren gegangen. Als erste Priorität setzten die idealistischen Eigentümer in viel Eigenarbeit vor allem alle Fenster und das völlig marode Dach instand. Mit viel Liebe zum Detail stellen sie nach und nach das Flair des 19. Jahrhunderts wieder her. In historisch eingerichteten Zelten kann man heute schon im Park Rückzug und Ruhe finden. Nun muss im Gutshaus die originale Innenausstattung des Erdgeschosses saniert werden; außerdem brauchen die Eingangstreppe und die Terrasse dringend Hilfe, weil sie schon fast in sich zusammenfallen. Spenden Sie, damit Gut Scharpzow wiederhergestellt werden kann!