Halbes Schloss
Langenleuba-Niederhain, Thüringen
Foto: Philipp Hesse

Halbes Schloss

Das „Halbe Schloss“ war früher doppelt so groß

Das „Halbe Schloss“ in Langenleuba-Niederhain stand jahrelang auf der Liste der 16 gefährdetsten Schlösser Thüringens. Seit 2022 gilt es als „gesichert“ und konnte vor dem Einsturz bewahrt werden, doch es ist noch einiges zu tun, um die Substanz des Schlosses zu erhalten! Helfen Sie mit Ihrer Spende bei der Rettung bauzeitlicher Stuckdecken im Schloss!

Bitte spenden Sie für das Halbe Schloss!


Ein Herrenhaus in Schlossgröße

Eigentlich ist das „Halbe Schloss“ das Herrenhaus eines Gutes, allerdings ist das Gebäude mit seinen 121 Außenfenstern in 18 Fensterachsen an jeder Längsseite sowie 9 Fensterachsen an den kürzeren Seiten ungewöhnlich groß für ein Herrenhaus. Dazu kommt die reiche Ausstattung mit Stuckdecken, Freitreppen, Pilasterrahmungen, figürlichen Darstellungen an der Fassade sowie dem großen Saal mit zwei offenen Kaminen – eindeutig ein Schloss mitten in der thüringischen Provinz! Das Haus wurde von 1707 bis 1711 nach den Plänen des Leipziger Ratsbaumeisters Johann Gregor Fuchs erbaut: Ein imposantes, zur Erbauungszeit und für die Region hochmodernes Gebäude mit Elementen der italienischen Spätrenaissance. Bauherr war der Kaufmann Johann von Kuntsch (1645–1714), nach seinem Tod wurde das Schloss in ein Familienfideikommiss überführt: Eine besondere Form des Erbrechts, die dafür sorgt, dass das Erbe, hier das Schloss, „auf ewig“ in einer Hand und in sich geschlossen bleibt, also nicht aufgrund einer Erbengemeinschaft veräußert werden darf. Die Familie nutzte das Anwesen für Bildungszwecke und als Unterkunft für Vereine. Auch eine Fortbildungsgaststätte sowie eine Berufsschule waren in dem Herrenhaus untergebracht.

1838 riss man den Südflügel ab, das Schloss wurde um 6 Achsen (längsseitig) sowie drei Risalite zurückgebaut und so zum „Halben Schloss“. Quellen aus der Zeit des Abrisses erwähnen „Gründungsschäden“ als Grund für die Maßnahme. Ab ca. 1930 war der Kindergarten der Gemeinde im Schloss untergebracht. Parallel dazu sollte es weiterhin zu Wohnzwecken genutzt werden, was zur Anpassung bestehender Raumfolgen führte. Bis 1945 war das „Halbe Schloss“ im Familienbesitz, nach dem Krieg folgte die Enteignung. Ab 1964 stand das Gebäude meist leer. Nach der Wende wurde es mehrfach verkauft und zerfiel so sehr, dass der Abriss drohte! Der Erhaltungszustand war bautechnisch kritisch, trotzdem sind viele Ausstattungselemente wie die Stuckdecken, die Türen und der Großteil der Fußböden im Originalzustand vorhanden.

150 Jahre lang überbaut

Nun stehen einige große Arbeiten am Schloss an: Es muss weiter statisch gesichert werden, die Dachkonstruktion saniert sowie die Biberschwanzdeckung erneuert werden. Die bauzeitliche Stuckdecke im Erdgeschoss, die nach bisherigen Erkenntnissen sogar noch in der originalen Farbfassung vorhanden ist und 150 Jahre überbaut war, soll gesichert werden. Dabei können Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz helfen!

1838 wurde der Südflügel des ehemaligen Wasserschlosses mit Renaissanceelementen abgerissen. Dokumente aus der Zeit legen Gründungsschäden als Grund für den Abriss nahe. Seither wird es auch „Halbes Schloss“ genannt. Die letzten Wassergräben wurden um 1970 beseitigt. Förderung 2022 und 2023.

Adresse:
Platz der Einheit
04618 Langenleuba-Niederhain
Thüringen