Im Bremer Stadtteil Horn-Lehe steht mit dem Messerschmitt-Leichtbauhaus eines der seltenen erhaltenen Beispiele einer ambitionierten, aber kurzlebigen Systembauweise der Nachkriegszeit. Das zweigeschossige, giebelständige Gebäude wurde 1949 errichtet und war das erste Fertigteilhaus in Bremen –technisches Experiment in einer Zeit großer Wohnungsnot. Bauherr war der Luftfahrtpionier Henrich Focke (1890–1979), der hier mit seiner Familie lebte. Eine Besonderheit: Die Bauweise entstand aus den Ideen des Flugzeugkonstrukteurs Wilhelm „Willy“ Messerschmitt (1898–1978), der nach dem Zweiten Weltkrieg sein Know-how in die Entwicklung schneller, kostengünstiger Wohnhäuser überführte. Heute gilt das denkmalgeschützte Haus als bedeutendes Zeugnis eines fast vergessenen Bauprinzips. Spenden Sie an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz um dieses besondere Denkmal zu erhalten!
Nach Kriegsende entwickelte Willy Messerschmitt mit seiner Firma „Neue Technik GmbH“ ein modulares System für Wohnhäuser: vorfabrizierte Porenbetonplatten in Stahlrahmen, die auf der Baustelle innerhalb kurzer Zeit montiert werden konnten. Ziel war ein kostengünstiges, materialsparendes und extrem schnelles Bauverfahren – oft vergingen nur wenige Wochen bis zur Bezugsfertigkeit. Zwischen 1949 und 1951/52 entstanden mehrere dieser Häuser in Deutschland, bevor die Produktion eingestellt wurde, da sich die Bauweise wirtschaftlich nicht durchsetzen konnte.
Das Bremer Haus an der Elsa-Brändström-Straße wurde 1949 errichtet Henrich Focke, Gründer der Focke-Wulf-Werke und Erfinder des Hubschraubers „Kolibri“ – des ersten leistungsfähigen und in Serie gebauten Helikopters –, entschied sich bewusst für diese moderne Fertigteilbauweise als Grundlage für sein eigenes Wohnhaus. Das Gebäude umfasste vier Wohnungen zu je 63 m² und zeigt bis heute typische Elemente der Messerschmitt-Bauart: Porenbetonplatten, Leichtstahlträger und eine klar strukturierte Rasterbauweise.
Das sogenannte Haus Focke ist heute das letzte bekannte erhaltene Messerschmitt-Leichtbauhaus. Ein vergleichbares Gebäude in Spaichingen wurde 1991 aus Kostengründen abgerissen – ein Schicksal, das diesem bedeutenden Bauzeugnis erspart bleiben soll. Der aktuelle Zustand ist dringend sanierungsbedürftig: Das Dach weist Schäden auf, die Gebäudehülle ist geschwächt, und durch die lange Leerstandszeit haben Feuchtigkeit und Witterung der Substanz erheblich zugesetzt. Geplant sind unter anderem eine sorgfältige Innendämmung, die Restaurierung der originalen Fenster und Türen sowie der Rückbau eines späteren, nicht denkmalgeschützten Anbaus mit Setzungsschäden. Ziel ist es, das ungewöhnliche Leichtbauhaus denkmalgerecht zu sichern und in eine neue Nutzung zu überführen. Helfen Sie mit Ihrer Spende, dieses einzigartige Denkmal zu bewahren!