Historische äußere Stadtmauer Nürnberg
Nürnberg, Bayern
Bild: © Patricia Koch/Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg

Historische äußere Stadtmauer Nürnberg

In ihrer Vollständigkeit in Europa einzigartig

Nürnbergs Stadtmauer hat nicht nur Angriffen, sondern durch den Widerstand seiner Bürger auch neuzeitlichen Abrissplänen so getrotzt, dass Nürnberg die einzige Großstadt Europas mit einer fast völlig intakten mittelalterlichen Umwallung ihrer Altstadt ist. In der Blüte Nürnbergs als Handelsstadt erweiterte man mit der Mauer von 1346-1452 das Stadtgebiet. Von 1538-1545 wurde der Malteser Antonio Fazuni engagiert, um sie zu verstärken und Artilleriebastionen zu errichten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte helfen, einen Teil der sogenannten Spittlertormauer vom Ludwigstor bis etwa 30 Meter hinter dem Fürther Tor zu restaurieren. Jede Spende hilft!

Spenden Sie für die historische äußere Stadtgrabenstützmauer!


Schutz der Kaufleute und Handwerker

Die Stadtmauern und -türme schützten vom Mittelalter bis 1806 die Stadt der Händler und Handwerker. Nürnberg war bekannt für hochwertige Waren aus Metall und Textilien. Die Kaufleute versorgten die Händler mit Rohstoffen und vertrieben die fertigen Waren. Sie waren an allen wichtigen Messeplätzen vertreten. Vor allem durch Beteiligungen an der Montanindustrie - nahezu allen europäischen Unternehmen zur Metallgewinnung und -verarbeitung - gelangten sie zu großem Wohlstand.

Die ein Meter dicke Stadtmauer ist aus mächtigen Steinquadern gebaut. Sie ist sieben bis acht Meter hoch. Auf Teilabschnitten ist noch der Wehrgang erhalten, auf dem die Stadtsoldaten einst patrouillierten. In regelmäßigen Abständen waren Türme installiert, von denen im 15. Jahrhundert ca. 130 Mauer- und Grabentürme nachgewiesen sind. Ein 15 Meter breiter Zwinger war der Mauer vorgelagert, der durch eine weitere Mauer begrenzt wurde. Noch davor lag bzw. liegt der bis zu 20 Meter breite und zwölf Meter tiefe Stadtgraben, der in Nürnberg - im Gegensatz zu anderen Befestigungsanlagen - nie mit Wasser gefüllt war. Wo früher die Feinde auf Abstand gehalten wurden und man angesichts der Wehrhaftigkeit der Stadt kaum anzugreifen wagte, ist heute ein Park für Fußgänger und Radfahrer, in dem sich auch Spiel- und Sportplätze befinden. Außerdem wird der Stadtgraben für Veranstaltungen, wie etwa ein Mittelalterfest, genutzt.

Nur einmal eingenommen und von den Bürgern bewahrt

Die Mauer und ihre Türme wurden im Laufe der Zeit an die veränderten militärischen Bedingungen angepasst. So wurden beispielsweise im 16. Jahrhundert die vier viereckigen Tortürme mit einem runden Bau ummantelt, an dem mögliche Geschosse besser abprallen sollten. Die einzigen, die die Stadt je einnahmen, waren die Amerikaner am Ende des zweiten Weltkrieges. Dieser Krieg hinterließ die größten Schäden an den Wehranlagen. Pläne zur Öffnung der Mauer zugunsten einer besseren Verkehrsinfrastruktur scheiterten mehrfach am Widerstand der Bevölkerung. Für diese war die Mauer über die Jahrhunderte nicht nur Schutz, sondern in einem hohen Maße auch identitätsstiftend. Ihre Spenden an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz helfen, sie auch für die Nachwelt zu bewahren!

historische äußere Stadtmauer; Baujahre 1346-1452; Umbauten und Erweiterungen 1538-1545; Förderung 2020

Adresse:
90402 Nürnberg
Bayern