Die Kalvarienberggruppe aus dem Jahr 1500 gilt als das älteste
Zeugnis gusstechnischen Kunsthandwerks in Norddeutschland. Die
Gruppe besteht aus der überlebensgroßen Bronze-Darstellung von
Christus am Kreuz mit Maria und Johannes und den beiden
Verbrechern, die neben Jesus gekreuzigt wurden. Sie entstand als
Endstation eines Kreuzwegs, der um 1500 auf einer Strecke vom
Hamburger Dom bis vor die Tore der Stadt, dem heutigen St. Georg,
angelegt wurde. Bis 1938 stand die Bronzestatue im Freien vor der
Dreieinigkeitskirche in St. Georg.
Wind und Wetter beschädigten die Figurengruppe so stark, dass
restauratorische und konservatorische Maßnahmen dringend notwendig
waren. Mehr als 500 Jahre lang hatten die Hanseaten die Figuren vor
einer Zerstörung bewahrt: Vor den napoleonischen Truppen, die das
Metall für kriegerische Zwecke sicher gerne einschmolzen hätten,
schützten die Hamburger das Kunstwerk durch einen Farbanstrich, mit
dem die Bronzefiguren wie Steinskulpturen aussahen. Vor dem Zweiten
Weltkrieg brachten sie die Gruppe in den Bunker am
Heiligengeistfeld. Nach dem Krieg stellte man die
Kalvarienberggruppe 1962 als Dauerleihgabe in die Taufkapelle der
Hl. Dreieinigkeitskirche, die heute noch im rekonstruierten
Kirchturm untergebracht ist.
2001 wurden die Bronze-Statuen zur Material- und
Schadensuntersuchung nach Berlin gebracht und anschließend in der
Hamburger Jacobikirche restauriert. Die Deutsche Stiftung
Denkmalschutz förderte in den Jahren von 2001-04 einen Abguss der
Figuren sowie die Bearbeitung der originalen Granitstelen. Der
Abguss des spätmittelalterlichen Originals ist nun im Freien vor
der Dreieinigkeitskirche aufgestellt, vom ursprünglichen Standort
ein wenig versetzt.