Im Südosten Hamburgs liegt Hof Eggers malerisch in die Landschaft eingebettet. Unter dem halbrund geformten Reetdach des Haupthauses scheint der Schaugiebel ankommenden Besuchern freundlich entgegenzublinzeln. Mit seinem weißen Fachwerk, dessen Gefache mit roten Backsteinen gefüllt sind, lädt das große Bauernhaus schon von weitem ein, näherzukommen.
Die Hofanlage ist die letzte noch so vollständig erhaltene der Vierlande. Bereits 1548 wurde sie erstmalig erwähnt und ist seit 1628 im Besitz der Familie Eggers, seit 2012 der verwandten Familie Beeken, die heute einen Demonstrationsbetrieb für ökologische Landwirtschaft betreibt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstütze bereits mehrfach beim Erhalt dieses besonderen Hofguts. Nun sind Teile des Reetdaches schwer beschädigt – das Dach wird immer dünner und regendurchlässig. Im Laufe der Jahre ist es leider abgängig geworden. Spenden Sie, damit der Vierländer Hof bewahrt werden kann!
Ursprünglich waren die Vierlande Inseln in der von der Elbe geprägten Landschaft, die ab dem 12. Jahrhundert durch Entwässerungen urbar gemacht wurde. Neu gewonnene Gebiete wurden zu fruchtbarem Marschland, das mit den Vierlanden gemeinsam ein Gebiet bildet. Hof Eggers wurde auf einer Erhöhung errichtet. Das Hauptgebäude ersetzte nach einem großen Brand 1834 einen alten Vorgängerbau und ist eines der größten noch erhaltenen niederdeutschen Fachhallenhäuser. Diese sind mit einer Ständerkonstruktion errichtet, deren Holzständer vom Boden bis unter das Dach reichen, das vollständig von ihnen getragen wird. Da sie in einer Reihe angeordnet sind, entstehen Fächer, die dem Haustyp den Namen geben.
Die ursprüngliche Raumstruktur, in der Mensch und Vieh zusammenwohnten und unter dem großen Dach ihre Ernte lagerten, ist noch vorhanden. Beim Hof Eggers übernahmen diese Funktionen jedoch nach und nach weitere Gebäude: Bereits im Jahr 1535, eventuell zusammen mit dem alten Haupthaus, entstand der Turmspeicher. 1631 errichtete man eine Bohlenscheune, die derzeit als Viehstall genutzt wird. Eine weitere Fachwerkscheune, in der heute das Hofcafé untergebracht ist, kam 1835 hinzu und schließlich ein Stall, der 1848 errichtet wurde. Heute hat man den Hof außerdem um ein historisches Backhaus und ein Imkerhaus erweitert.
Doch der äußere Eindruck des imposanten Fachhallenhauses täuscht über seinen tatsächlichen Zustand hinweg. Über viele Jahrzehnte hat das Hauptdach erheblichen Schaden genommen. Teile der Reetdeckung sind mittlerweile so weit abgetragen, dass die einst schützende Schicht ihre Funktion kaum noch erfüllt. An mehreren Stellen tritt bereits der horizontale „Rutendraht“ – die Bandstöcke des Dachaufbaus – offen zutage. Immer wieder dringt Regenwasser durch das verbleibende Reet, was die Bausubstanz weiter schwächt. Zusätzlich haben tierische Schädlinge dem ohnehin angegriffenen Material zugesetzt. Um das historische Haupthaus zu bewahren, muss die Dachstruktur dringend umfassend erneuert und gesichert werden.
Bitte spenden Sie an die Deutsche Stiftung mit Denkmalschutz, um das Reetdach zu restaurieren und den einzigartigen Vierländer Hof für zukünftige Generationen zu erhalten!
Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr