Das Hofgut Öttershausen ist ein selten erhaltenes Zeugnis barocker Gutsarchitektur in Franken. Bereits 1069 erstmals erwähnt, entwickelte sich die Anlage an ihrem heutigen Standort um 1600 im Umfeld des Schlosses Gaibach. Ihre herausragende Bedeutung erhielt sie jedoch im 18. Jahrhundert, als der Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, Friedrich Karl von Schönborn (1674–1746), den Baumeister Balthasar Neumann (1687–1753), bis heute weltberühmt u. a. für die Würzburger Residenz, mit umfassenden Umbauten und Neubauten beauftragte.
Von der ehemals weitläufigen Vierseithofanlage ist heute ein zentraler, von Neumann geprägter Schütt- sowie ein Winkelbau erhalten geblieben. Die Bezeichnung Schüttbau leitet hier sich von der ursprünglichen Funktion ab: Getreide wurde in den weiträumigen Stockwerken des Gebäudes lose aufgeschüttet, um dort getrocknet und gelagert zu werden. Trotz schwerer Verluste stellt das Hofgut Öttershausen ein außergewöhnliches Denkmal barocker Ingenieur- und Wirtschaftsbaukunst dar und muss dringend instandgesetzt werden. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, dieses bedeutende Bauwerk Balthasar Neumanns für kommende Generationen zu bewahren.
Balthasar Neumann schuf bis 1747 einen repräsentativen Wirtschaftskomplex, der weit über die Anforderungen landwirtschaftlicher Nutzung hinausging. Die erhaltenen Gebäude zeichnen sich durch eine für landwirtschaftliche Zweckbauten außergewöhnlich anspruchsvolle Bauweise aus. Die massiven, vollständig gewölbten Geschosse boten höchste Feuer- und Tragfähigkeit, während innovative Dachwerke ohne Zerrbalken außergewöhnlich großzügige Lagerräume für Getreide ermöglichten. Unter Zerrbalken versteht man dabei die waagerechten Verbindungsbalken am Fuß der Dachsparren, deren Weglassen hier verhinderte, dass der Dachraum durch querliegende Hölzer unterbrochen wurde und somit die ungehinderte Bewegung und Schüttung des Lagerguts erlaubte. Eisenverschraubungen in der Holzkonstruktion und versteckte Spannanker zeigen Neumanns ingenieurtechnische Innovationskraft, mit der er Entwicklungen des 19. Jahrhunderts vorwegnahm.
Besonders eindrucksvoll ist das durchgehend gewölbte Treppenhaus im von Neumann errichteten Schüttbau, das Durchblicke in die Lagerräume erlaubt und zugleich dem Repräsentationsanspruch der Grafen von Schönborn entsprach. Trotz späterer Erweiterungen und einschneidender Verluste im 21. Jahrhundert blieben der Schütt- und der Winkelbau als eindrucksvolles Zeugnis barocker Baukunst von europäischem Rang erhalten, das nun dringend Hilfe benötigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–45) und jahrzehntelangem Leerstand setzte ein zunehmender Verfall der Anlage ein. Trotz umfangreicher Abbrüche im Jahr 2012 blieben der Schütt- und der Winkelbau als Baudenkmal erhalten. Durch weitere Schäden, darunter Deckeneinstürze im Jahr 2020, wurde der akute Handlungsbedarf deutlich. Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten bereits ein statisch-konstruktives Gutachten zu den Gewölben im westlichen Winkelbau sowie dringend erforderliche Notsicherungen umgesetzt werden. Diese Maßnahmen haben den weiteren Substanzverlust aufgehalten.
Von zentraler Bedeutung ist nun die denkmalgerechte Wiederherstellung der historischen Dächer mitsamt Gauben, um das Bauwerk dauerhaft zu erhalten und eine zukünftige Nutzung – etwa als Museum und Seminarzentrum – zu ermöglichen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende dieses außergewöhnliche Denkmal dauerhaft zu bewahren!