Potsdam, Brandenburg

Jüdischer Friedhof

Bedeutende Gedenkstätte

Mit dem „Edikt wegen aufgenommenen 50 Familien Schutzjuden, jedoch daß sie keine Synagoge halten" Kurfürst Friedrich Wilhelms von 1671 begann die Zuwanderung jüdischer Bürger nach Potsdam. Bereits 1743 erhielt die wachsende Gemeinde am Hang des Eichbergs einen etwa 200 Quadratfuß großen Platz, um ihre Toten zu bestatten. Der jüdische Friedhof in Potsdam ist der größte seiner Art in Brandenburg, der am besten erhaltene und einer von vieren, auf dem auch gegenwärtig Bestattungen nach vollständigem jüdischen Ritus durchgeführt werden.

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Wertvolle Zeugnisse jüdischer Tradition

Der jüdische Friedhof zeichnet sich durch kunsthistorisch bedeutende Grabsteine aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert aus. Im Eingangsbereich des von einer Mauer umfriedeten Komplexes befindet sich die Trauerhalle. Das 1910/11 unter C. Börnstein und E. Kopp errichtete Gebäude, in dem Trauerfeiern und rituelle Totenwaschungen vorgenommen werden können, ist eine Besonderheit. Nach der Wende war es eine wichtige Aufgabe, diese wertvollen Zeugnisse jüdischer Tradition zu sichern. Außerdem kam es zur Neugründung der jüdischen Gemeinde in Potsdam. Seit Juli 2024 besitzt sie wieder eine Synagoge als religiöses und kulturelles Zentrum, nachdem die alte in der Pogromnacht 1938 zerstört worden war. Dennoch spielt der jüdische Friedhof, der die Zeit des Dritten Reichs glücklicherweise überdauert hat, eine um so bedeutendere Rolle.

Langfristige Unterstützung für den Friedhof

Im Jahr 2001 errichtete John Gersman gemeinsam mit seiner Ehefrau Else die nach ihm benannte

Stiftung

mit dem Ziel, den jüdischen Friedhof langfristig zu erhalten. Ein Grund für die Errichtung der Stiftung war auch die persönliche Bindung an den Ort, an dem sich das Familiengrab Gersman befindet. Seit 2002 stellte die treuhänderische John Gersman Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kontinuierlich Mittel für Instandsetzungen am jüdische Friedhof Potsdam zur Verfügung.