Ora, labora et lege! Im Kloster Flechtdorf, etwa 6 km von Korbach entfernt, würde es die Besucher kaum wundern, wenn ihnen ein Benediktinermönch entgegenkäme. Weite Teile der Gesamtanlage sind im Kern noch aus dem Mittelalter erhalten – aus einer Zeit, in der hier nach diesem Motto gebetet, gearbeitet und gelesen wurde. Der weithin sichtbare, doppeltürmige Westbau der Kirche sowie der West- und Südflügel der Konventsgebäude prägen das Ensemble bis heute. West- und Südflügel sowie das sogenannte Abtshaus entstanden zwischen 1114 und 1180 und zählen damit zu den ältesten erhaltenen Profanbauten ihrer Art.
Doch ein später hinzugefügter Teil der Anlage ist heute besonders bedroht: das Rentmeisterhaus. Der an den mittelalterlichen Südflügel angefügte Fachwerkbau aus dem 17. und 18. Jahrhundert dokumentiert die nachklösterliche Nutzungsgeschichte und steht aktuell vor drängenden statischen Problemen. Unterstützen Sie den Erhalt dieses einzigartigen Ensembles – und insbesondere des akut gefährdeten Rentmeisterhauses – mit Ihrer Spende!
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts stifteten Graf Erpo von Padberg und seine Frau Beatrix ein Benediktinerkloster, das zwischen 1104 und 1114 nach Flechtdorf verlegt wurde. Die dort bereits bestehende Kirche wurde zur Klosterkirche umgestaltet und um die notwendigen Konventsgebäude ergänzt. Nach dem Tod des Grafen gelangte das Kloster 1120 an den Kölner Erzbischof Friedrich I. Im Hoch- und Spätmittelalter wurde Flechtdorf mit einem „wundertätigen Marienbild“ und der Reliquie des heiligen Landolin zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Mit der Reformation verlor das Kloster seine geistliche Grundlage; ab 1535 löste sich der Konvent auf, 1602 wurde das Klostergut eingezogen und als gräfliche Domäne weitergeführt.
In dieser nachklösterlichen Zeit begann ein neues Kapitel: 1602 richteten die Grafen von Waldeck in den Klostergebäuden ein Hospital für Bedürftige ein. Verwaltung und Aufsicht lagen nun nicht mehr bei einem Abt, sondern bei einem Rentmeister. Um ihn standesgemäß unterzubringen, setzte man 1681 an den romanischen Südflügel einen dreigeschossigen Fachwerkbau an – das heutige Rentmeisterhaus, das im 18. Jahrhundert nochmals erweitert wurde. Von außen wirkt es unscheinbar, doch innen gehen seine Räume fließend in den älteren Südflügel über: Hier springen Architektur und Materialität spürbar zwischen dem 12. und dem 17. bzw. 18. Jahrhundert hin und her. Ende des 19. Jahrhunderts zog das Hospital in einen Neubau neben der Klosteranlage um; die historischen Wirtschaftsgebäude wurden danach vor allem landwirtschaftlich genutzt.
Spätere Umnutzungen, Umbauten und Leerstände haben die Substanz der ehemaligen Klosteranlage spürbar beansprucht. Schäden zeigen sich an Dachstühlen und Deckenkonstruktionen, an Bruchsteinmauerwerk, Fachwerkwänden sowie an Decken und Gewölben. Teile des Ensembles konnten in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Schritt für Schritt gesichert und instandgesetzt werden.
Besonders kritisch steht es derzeit um das Rentmeisterhaus: Im Frühjahr 2024 musste es notgesichert werden. Die Fachwerkfassade hat sich nach außen gedrückt; stellenweise fehlt die Sockelschwelle, das Gebäude sackt ab. Zudem sind Hölzer und Gefache in Teilen so geschädigt, dass sich Spalten gebildet haben. Im Inneren sind Deckenbalken gebrochen, und konstruktive Verbindungen zwischen Fassade und Dach funktionieren nicht mehr. In einem ersten Bauabschnitt sind die Sicherung und konstruktive Instandsetzung von Sockel, Fassade und Dachanschluss vorgesehen, damit dieses besondere Bindeglied zwischen romanischem Klosterbau und barocker Verwaltungszeit erhalten bleibt. Spenden Sie für die Sanierung des besonderen Rentmeisterhauses, um es für kommende Generationen zu bewahren!
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