Bremen

Knoops Park

Englischer Landschaftsgarten in der Bremer Schweiz

Der Knoops Park in Bremen hat es nicht zur gleichen Berühmtheit gebracht, wie der Bürgerpark, der weit über Bremen bekannt ist. Doch war hier derselbe Landschaftsarchitekt tätig: Wilhelm Benque, der schon als junger Mann für den berühmten Landschaftsarchitekten Lenné gearbeitet hatte, plante den Landschaftspark im Stadtteil „St. Magnus“ im Norden von Bremen am Fluss Lesum am Übergang zur sogenannten Bremer Schweiz. Der reiche Kaufmann Ludwig Knoop hatte hier seinen Sommersitz erbauen lassen und ließ von Benque 1871 eine Parkanlage im englischen Stil anlegen. Hinzu kamen Häuser für seine Töchter und ihre Familien, deren ehemaligen Landsitze heute alle im öffentlichen Park Knoops zusammengefasst sind. Der sogenannte Spiegelteich war Teil des zum 1871 errichteten Schloss Mühlental gehörenden Parks. Bis zu seinem Abriss 1933 spiegelte sich das Schloss im Teich und gab diesem seinen Namen.

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Naturnahe Parklandschaft

Wilhelm Benques ordnete alle Gestaltungselemente nach englischem Vorbild naturnah an. Er nutzte dabei die vorteilhafte Hügellage der Landschaft, um knorrige Solitärbäume anzupflanzen und Sichtachsen herzustellen. Sie eröffnen Räume mit Blumen, Teich, Wiesen, Baumgruppen oder der nahe fließenden Lesum. Die in ihren Grundzügen noch erhaltene Parkanlage zeichnete sich durch eine effektvolle Kombination von Altem und Neuem sowie von heimischem und exotischem Baumbestand aus. Hier brachte Wilhelm Benque auch Erfahrung aus dem Central Park in New York ein, für den er mehrere Jahre arbeitete.

Die Parklandschaften der Knoopschen Familien wurden öffentlich, nachdem sie in den 1920er Jahren durch Wirtschaftskrisen, Erbteilungen und Grundsteuerlasten nicht mehr in der Lage waren, die Güter zu halten. Die Gemeinde Lesum erwarb die Flächen und ließ sie umgestalten, so dass sie 1939 als Park für die „Volksgenossen“ eröffnet werden konnten. In den 1950er Jahren legte man die verschiedenen Parkteile zusammen und bewahrte zwar die einzelnen Gestaltungselemente wie Grotten und Aussichtspunkte, ohne jedoch bewusst die Gartenkunst von Wilhelm Benque einzubeziehen.

Großbürgerliche Parkkultur

Als 1985 ein Sturm einige Parkteile verwüstete und „Bebauungsgelüste“ aufkamen, gründete sich ein Förderverein, der sich bis heute engagiert für den Landschaftspark einsetzt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz half 2018 bei der Sanierung des Spiegelteichs und damit, ein herausragendes Zeugnis der großbürgerlichen Landsitz- und Parkkultur zu bewahren.