Zwischen 1907 und 1915 ließ die Ilse-Bergbau-Aktiengemeinschaft für ihre Betriebsangehörigen eine Siedlung errichten. Nach einem Entwurf von Georg Heinsius von Meyenburg entstand die Kolonie Marga im so genannten Heimatstil. Sie zählt noch heute zu den bedeutendsten Arbeitersiedlungen, die in Deutschland den Wendepunkt in der städtebaulichen Diskussion um Werkssiedlung und Gartenstadt markieren. Der zentrale Platz der Siedlung wird durch die Kirche, die Schule, das Kulturhaus und Geschäftsgebäude markiert. Das Kulturhaus übernahm in der Siedlung die Funktion eines zentralen Versammlungs- und Veranstaltungsorts mit Hotel und Gaststätte. Das 1913/14 errichtete Kulturhaus Kaiserkrone stellt sich als additiv errichteter Baukörper dar. Der mächtige Bau ist zum Platz hin durch axial aufeinander bezogene Reihen von Bogen- und Rechteckfenster gegliedert. Ein Erker an der Süd-Ost-Ecke, Gebäudevorsprünge und das Saalgebäude ergänzen den Bau. Insgesamt zweigeschossig, wird er von einem mehrteiligen und abgewalmten Satteldach und einem Dachturm abgeschlossen. Als Bestandteil der Siedlung Marga ist das Kulturhaus Förderprojekt im Förderprogramm des Bundes zur Erhaltung von Denkmalen von besonderer nationaler kultureller Bedeutung. Das – im Gegensatz zu den Wohn- und Geschäftsbauten der Siedlung – im Gemeindebesitz befindliche Kulturhaus steht seit Jahren überwiegend leer. Lediglich die Gaststätte im Erdgeschoss ist noch verpachtet. Durch den weitgehenden Leerstand schritt der Substanzverlust fort, auch wenn 1993 durch eine Dacheindeckung erste Sicherungsmaßnahmen erfolgen konnten. An der später erfolgten Restaurierung der Außenfassaden hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt.