Berlin

Landhaus Am Rupenhorn – ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Innovative Bauweise und moderne Gestaltung

Das Landhaus Am Rupenhorn ist eine herausragende Architekturikone der Neuen Sachlichkeit. Am damaligen grünen Stadtrand Berlins gelegen, wurde es seit seiner Errichtung vor fast hundert Jahren immer wieder umgebaut, beinahe zerstört und schließlich gerettet. Um dieses bedeutende Denkmal für die Zukunft zu sichern, übernahm es die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Jahr 2024 in ihr Eigentum und trägt so dauerhaft Verantwortung für seinen Erhalt. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende, das Landhaus zu bewahren.

Erbaut wurde das Landhaus 1929/30 nach Entwürfen der Architekten Hans und Wassili Luckhardt und ihres Büropartners Alfons Anker. Als eines der ersten Einfamilienhäuser in Stahlskelettbauweise steht es für den radikalen Übergang zu einer funktionalen Architektur der Moderne mit offenen, lichtdurchfluteten Räumen. Charakteristisch für das Landhaus ist der einfache kubische Baukörper mit seiner klaren Fassadengliederung, den großen Fenstern und der weit ausschwingenden Terrasse. Die ausgewogene Proportionierung von Flächen und Öffnungen verleiht dem Gebäude eine eigene Dynamik.

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Neue Wohn- und Lebensformen

Das Landhaus ist ein wichtiges Zeugnis des damaligen Reformgedankens in der Architektur, der darauf zielte moderne Wohnkonzepte mit der Natur zu verbinden. Konsequent bilden der leicht erhöht stehende Bau und der nach Plänen von Berthold Körting gestaltete Hanggarten eine Einheit, die seit 1979 unter Denkmalschutz steht.

Laut Planungen des Bauherrn Richard Kluge sollte am Rupenhorn ursprünglich eine Dreivillen-Kolonie entstehen, doch nur zwei Häuser wurden realisiert. Die Lage im Grünen und die Anbindung an eine zentrale Verkehrsachse machten die Straße in den zwanziger Jahren zu einer exklusiven und begehrten Adresse: Von dort aus war nicht nur die Innenstadt, sondern vor allem auch das Naherholungsgebiet rund um die Havelseen leicht zu erreichen.

Happy End einer wechselvollen Geschichte

In die „Villa Kluge“ zog der Geschäftsmann 1930 selbst ein, um sie kurz darauf aus wirtschaftlichen Gründen wieder verlassen zu müssen. Nach der Zwangsversteigerung wurde das Landhaus 1934 umgebaut und in zwei Vierzimmerwohnungen unterteilt.

In den späten dreißiger Jahren nur knapp dem Abriss entronnen, wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg in mehrere Dienstwohnungen umgewandelt, zahlreiche Veränderungen nahmen ihm viel von seinem ursprünglichen Charakter. In den siebziger Jahren wandelte sich das Verständnis für die Architektur der Moderne, einzelne Maßnahmen lassen von da an ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Gebäudes erkennen.

Gerettet wurde das Landhaus schließlich durch ein Architektenpaar: Christa Kliemke und Robert Wischer erkannten seinen besonderen Wert und erwarben die Villa 1997, um ihr die ursprüngliche Form und Bedeutung zurückzugeben. Bis 2011 wurden dabei die Zeugnisse späterer Nutzungsphasen weitgehend entfernt und die Außenfassade in weiten Teilen rekonstruiert. Auch im Inneren bemühten sich die Architekten, den ursprünglichen Wohncharakter wiederherzustellen, etwa im zentralen Raum des Hauptgeschosses durch die Rekonstruktion der früheren Bibliothek oder die Ausstattung mit zeittypischem Mobiliar.

Auf dem Weg in die Zukunft

Heute befinden sich Haus und Garten im Eigentum der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Trotz der erfolgreichen Restaurierung sind inzwischen erneut Schäden an der empfindlichen Denkmalsubstanz entstanden, die eine weitere denkmalgerechte Instandsetzung erforderlich machen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird das Landhaus Am Rupenhorn auch künftig behutsam restaurieren und seinen Erhalt sichern. Ziel ist es, das historische Erscheinungsbild des außergewöhnlichen Denkmalensembles dauerhaft zu bewahren und das Gebäude als bedeutendes Zeugnis der Architektur der Moderne zu erhalten. Perspektivisch soll das Landhaus im Rahmen von Führungen für Besucher zugänglich sein und außerdem als Ort für Ausstellungen und besondere Veranstaltungen genutzt werden. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende, das Landhaus wieder mit Leben zu füllen.