Landschaftspark Spiegelsberge
Halberstadt, Sachsen-Anhalt

Landschaftspark Spiegelsberge

Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde

Ernst Ludwig Christoph von Spiegel zum Diesenberg (1711-85) war ein Schöngeist. Der Rittergutsbesitzer und Domherr zu Halberstadt entstammte dem westfälischen Adelsgeschlecht Spiegel. Die Parkanlage Spiegelsberge in Halberstadt am Harz ist nach ihm benannt - eines der wenigen Denkmale, das die bewegten Zeiten der Kreisstadt am Harz bis heute überdauert hat. Drei Tage vor ihrem Einmarsch zerstörten die Amerikaner 82 Prozent der historischen Innenstadt bei einem Flächenbombardement, denn: Halberstadt war auch Produktionsort des deutschen Bombers Ju 88. In der DDR wurde Halberstadt von 1949-89 nach „sozialistischem Bauverständnis“ wiederaufgebaut, der noch erhaltene Bestand an Fachwerkhäusern in der Altstadt dem Verfall preisgegeben oder großflächig abgerissen. Die Spiegelsberge, eine Parkanlage mit Gartenarchitekturen und Skulpturen, stehen bis heute. Sie bergen eine Kuriosität, die es 2008 sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat: Das Gröninger Riesenweinfass besitzt ein Volumen von 144.000 Litern und ist das älteste der Welt. Doch die Spiegelsberge, ihre Wege und Gehölzer, sind bis heute zum Teil verwildert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte die aufwendigen Gartenarbeiten fördern. Helfen Sie dabei mit Ihrer Spende!

Spenden Sie jetzt für den Landschaftspark Spiegelsberge!


Werk von Ernst Ludwig Christoph von Spiegel zum Diesenberg

Ernst Ludwig Christoph von Spiegel zum Diesenberg wurde bereits im Alter von elf Jahren an der Universität Gießen immatrikuliert. Aus bestem Hause stammend, hatte er schon in frühester Jugend eine hervorragende private Ausbildung genossen. Bis 1730 stand er im hessisch-kasselschen Militärdienst, zuletzt als Kornett (heute Fähnrich). Im Jahr darauf wurde er als 20-Jähriger Domherr in Halberstadt, 1746 Domscholaster und 1753 Domdechant. Daneben bekleidete er das Amt eines Propstes der beiden Halberstädter Kollegiatstifte St. Peter und Paul und Unserer Lieben Frauen. Der Domsekretär und Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), als Literaturförderer und Patriarch der deutschen Literatur auch „Vater Gleim“ genannt, wurde für von Spiegel ein enger Freund. Gleim unterstützte den Freiherrn auf vielfältige Weise. Von Spiegel heiratete 1749 die junge Ehrengard Melusine Johanna von Spiegel von Peckelsheim (geb. 1728). 1768 übernahm er den ihr nachgelassenen Besitz. 1761 erwarb von Spiegel die kahle Hügelkette Kattfußberge auf einem Höhenzug am Südrand von Halberstadt, ließ sie gestalten und reichlich bepflanzen.

Im englischen Stil gestalteter Landschaftspark

Den im englischen Stil gestalteten Landschaftspark stellte der Adlige 1771 der Öffentlichkeit zur freien Lust und Freude zur Verfügung. Die Anlage war mit interessanten Parkarchitekturen wie der Eremitage, dem Belvedere als Aussichtsturm und dem Mausoleum allen zugänglich. Bei der Landschaftsgestaltung ließ er sich vom Wörlitzer Park bei Dessau inspirieren. Auf dem Bergkamm wurde 1780/82 das Jagdschloss errichtet. Hier befindet sich auch das oben beschriebene Riesenweinfass. Nach dem Tod Spiegels 1785 ging der Park an seinen Sohn über. Dieser zeigte wenig Interesse für die Gartenkunst. Um 1830 fand eine durchgreifende Erneuerung der Spiegelberge unter seinem Enkel Werner Friedrich Julius Stephan Spiegel (1802-77) statt. 1904 wechselte die Parkanlage in den öffentlichen Besitz. Die Stadt Halberstadt erwarb sie von der Familie von Spiegel. In den 1950er und 60er Jahren fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. In diese Zeit fällt auch die eingezäunte Anlage des Tiergartens. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich an der Restaurierung einer Skulptur im Landschaftspark und der Restaurierung einer Sandsteinskulptur, denn der Park war verwildert. Jetzt sollen anhand archivierter Unterlagen das historische Wegenetz und der Gehölzbestand wiederhergestellt werden. Unterstützen Sie dabei mit Ihrer Spende!

Parkanlage mit Gartenarchitekturen, Skulpturen und weltgrößtem Weinfass; Gestaltung ab 1761 durch Ernst Ludwig Christoph von Spiegel zum Diesenberg; Förderung 2004, 2020

Adresse:
Spiegelsberge
38820 Halberstadt
Sachsen-Anhalt