Marktsäule
Wiesbaden, Hessen

Marktsäule

Marktsäule als Entlüftungsschacht

In der Wiesbadener Innenstadt steht eine prächtige Marktsäule mit einer besonderen Funktion: Sie entlüftete durch einen Kamin die unter ihr liegenden Kellergewölbe, in denen die Marktleute ihre Waren lagern konnten – außer Fisch, Käse und lebende Tiere. Sie war nicht nur Wahrzeichen des Marktes, sondern markierte auch den Abgang zu den Lagerstätten. Der Markt fand über den Kellergewölben statt, umrahmt von einer Sandsteinbalustrade mit einer breiten Treppe. Das auch heute noch von weitem sichtbare Bauwerk von 1902 muss dringend saniert werden. Hierfür setzen sich neben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz u.a. auch Studierende im Bereich Denkmalpflege ein. Unterstützen Sie mit Ihrer Spende das Projekt, damit das Wahrzeichen erhalten bleiben kann!

Bitte helfen Sie der prächtigen Marktsäule in Wiesbaden!


Zentrales Bauwerk des Späthistorismus

Ursprünglich wurde der Markt auf dem heutigen Schlossplatz auf der Vorderseite der Marktkirche abgehalten, von wo er 1902 auf ihre Rückseite verlegt wurde. Der Stadtbaumeister und Architekt Felix Genzmer (1856-1929), ein bedeutender Vertreter des Späthistorismus, der schon ab 1894 für große Teile der Stadtplanung in Wiesbaden verantwortlich war, ließ die neue Marktstätte bauen. Die nach barocken Vorbildern entworfene Marktsäule ist auf einem quadratischen Grundriss errichtet und erhebt sich zentral auf dem Wiesbadener Marktplatz, zwischen der Ostfassade des Rathauses und der Südseite der Marktkirche. Auf der marktzugewandten Seite befindet sich ein Brunnen am Sockel, der von einer muschelförmigen Steinverzierung gekrönt wird. Diese wird wiederum von plastisch gearbeiteten, lebhaften Putten begleitet. Auf der Rückseite der Säule ist ein zweiter, tiefer gelegener Brunnen am Sockel angebracht. Hier befindet sich der Abgang zu den ehemaligen Lagerhallen. Die rote Säule erhebt sich über drei Meter fünfzig über dem Sockel. Sie ist mit schrägen Kanneluren verziert, von oben nach unten verlaufenden konkaven Furchen, die der Tradition der Antike folgen. Ein Reliefband mit Tierkreiszeichen bezeichnet den Übergang zum Kapitell, dem obersten Teil des Denkmals. Unter dem Abakus, der quadratischem Platte, die den krönenden Laternensockel trägt, befinden sich auf vier Seiten der Säule, zu jeder Himmelsrichtung, die Gesichter von Figuren. Die kuppelförmige, mit diagonalen Bändern gearbeitete Laterne wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und 1955 rekonstruiert. Ursprünglich zeigte sie eine Sonne mit dem Gesicht des römischen Gottes Janus.

Studienobjekt Denkmal

Sonne und Wind, Regen und Sturm setzten dem Denkmal über die Jahre zu. Die Laterne muss zur Restaurierung demontiert, der Naturstein gereinigt und die Wassertechnik der Brunnenanlage gewartet werden. Wenn genügend Spenden zusammen kommen, können die Studierenden bei einer professionellen Vorgehensweise den Experten über die Schulter sehen, wie ein lokalgeschichtlich und kulturhistorisches Denkmal fachmännisch saniert wird. Unter Zuhilfenahme einer Drohne haben sie bereits vorbereitend ein Schadensbild erstellt, eine Bachelorarbeit soll das Projekt dokumentieren. Helfen Sie mit ihren Spenden an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, damit die Marktsäule restauriert werden kann!

1900 bis 1902 von Felix Genzmer errichtet, historistische Anlage aus Marktsäule und Marktkeller, das Ensemble besteht aus einer erhöhten Platzanlage mit Freitreppen und Einfriedung, der Marktsäule, einem Säulenbrunnen mit Entlüftungsschacht, und dem Markt

Adresse:
Marktplatz
65183 Wiesbaden
Hessen