Bereits vor vielen Jahren hielten die Hallenser Sicherheitsabstand, wenn sie an der Moritzkirche vorbei gingen. Herabgestürztes Mauerwerk zeugte vom gefährlichen Pflaster um das Monument. Spätestens seit Ende des 18. Jahrhunderts ist bekannt, dass die Bausubstanz der ältesten Kirche der Saalestadt brüchig ist. Schon 1789 brachen Teile des keine 100 Jahre zuvor errichteten Barockturms von St. Moritz ein. Die spätgotische Hallenkirche wurde von 1388 bis 1557 erbaut, zum Teil mit mangelhaften Baustoffen. Viermal musste das Bauwerk umfangreich in Stand gesetzt werden, zuletzt 1978. Jetzt müssen die Chorpfeiler sowie die beschädigte Fassade saniert werden. Helfen Sie mit Ihrer Spende, dieses Hallesche Wahrzeichen zu bewahren!
Die spätgotische Moritzkirche war Vorbild für viele Kirchen Mitteldeutschlands. Sie besitzt bedeutende Ausstattungsstücke, einen Altar von 1511, eine Renaissancekanzel von 1592 und eine Sauerorgel von 1925. Aber gerade die Steinskulpturen im Innern des Kirchenschiffs beeindrucken, auch weil sie zum Teil grausame Sagen erzählen. Die Figur des Schellenmoritz aus 1411 ist die bekannteste.
Ritter Moritz soll ein jähzorniger Mann gewesen sein. Eines Tages warf er im Streit seinen Hauskaplan aus dem Fenster. Das konnten sich Ritter damals leisten. Doch als Sühne wurde ihm auferlegt, die Moritzkirche zu bauen. Beim Bau trieb er seine Arbeiter unmäßig an. Wen er beim Ausruhen erwischte, erschlug er sofort. Vom schlechten Gewissen geplagt, ließ er sich dann Schellen an das Wams nähen. Die warnten die Arbeiter vor seinem Kommen und trieben sie zum Fleiß an - die mittelalterliche Form der Mitarbeitermotivation.
Einen äußeren Antrieb benötigt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nicht: Sie engagiert sich seit Jahren kontinuierlich für den Erhalt der Hallenkirche. Bereits abgeschlossen werden konnten Maßnahmen an der südlichen Dachfläche sowie am Dach des Kirchenschiffs; derzeit erfolgen umfangreiche Fassadensanierungen. Durch zu dünngespaltenen und zu dicht verlegten Schiefer war es zu Feuchtigkeitseintritt und in der Folge zu erheblichen Schädigungen der Holzschalung gekommen.
Im Laufe der Jahrzehnte gingen zudem Teile des Quadermauerwerks sowie ein Großteil der ursprünglichen Werksteinkanten durch Auswaschungen verloren. Der verwendete Sandstein erfordert daher an vielen Stellen eine Ergänzung mit steinverträglichem Mörtel sowie eine Neuverfugung. Die gravierendsten Schäden zeigen sich jedoch am reich gestalteten Ostchor, der den kunsthistorischen Schwerpunkt der Moritzkirche bildet. Die Restaurierung der einzelnen Chorpfeiler soll nun schrittweise erfolgen und ist mit erheblichem zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden. Helfen Sie mit Ihrer Spende diese einzigartige spätgotische Hallenkirche zu erhalten!
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