München, Bayern

Olympisches Dorf

Ein visionäres Dorf für die Welt und für München

Für die XX. Olympischen Spiele 1972 entstand ein Wohnquartier, das weit mehr war als eine Sportlerunterkunft. Das Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner entwickelte ein Modell für modernes, gemeinschaftliches Wohnen: kleinteilige, terrassierte Wohnzeilen, autofreie Wege, vielfältige Grünräume und eine klare Orientierung über Otl Aichers (1922-91) Farbleitsystem. Die markanten Bungalows mit ihren begrünten Dächern und die durchlässige, fußläufige Struktur setzten Maßstäbe für ein menschliches und demokratisches Stadtverständnis. Heute leben über 6000 Menschen auf rund 40 Hektar in einem Quartier, das seinen experimentellen Charakter bewahrt hat. Das Studentendorf, die farbig bemalten Bungalows und die lebendige Nachbarschaftskultur machen das Olympische Dorf zu einem besonderen Ort der Münchner Stadtgeschichte. Unterstützen Sie den Erhalt dieses einzigartigen Denkmals mit Ihrer Spende!

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Vom Wohnexperiment zum Denkmal

1998 wurde das Olympische Dorf unter Ensembleschutz gestellt, 2018 als Einzelbaudenkmal anerkannt. Sein Konzept überzeugt bis heute: kurze Wege, soziale Begegnung, vielfältige Freiräume und eine klare Trennung sowie Verzahnung von öffentlichem und privatem Raum. Plätze und Foren boten schon 1972 geschützte, aber offene Kommunikationsräume, während das dichte Wegenetz die Erreichbarkeit aller Bereiche in wenigen Minuten ermöglicht.

Darin eingebettet waren zwei besondere gestalterische Elemente des Architekten Hans Hollein (1934-2014): die rund 1,6 km langen, etwa 3,50 m hohen Media Linien, ein farbig gefasstes Röhrensystem mit integrierter Beleuchtung, Lautsprechern, Markisen, Informationsflächen und temperaturregulierenden Funktionen. Sie akzentuierten Wege und Plätze und machten das Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Privatheit räumlich sichtbar. Ergänzt wurden sie durch die Öki-Station des Designers Franco Clivio (*1942), eine „ökologische Informationsstation“, die Wetter- und Zeitdaten zeigte, Treffpunkt war und als gestaltetes Objekt dem Quartier Orientierung und Identität verlieh. Beide Elemente erfüllten eine funktionale wie künstlerische Rolle und gehörten zum Gesamtsystem des Dorfes, in dem Kunst bewusst eine lebenspraktische Funktion erhielt.

Erhalt einer olympischen Idee

Mehr als fünf Jahrzehnte nach ihrer Entstehung weist das Ensemble deutliche Alterungsspuren auf. Besonders betroffen sind die Media Linien und die Öki-Station. Bei den Media Linien gingen die originale Lichttechnik und die charakteristische Lichtstimmung verloren; stattdessen wurden einfache Neonröhren montiert. Markisen und Überdachungen existieren nicht mehr und müssen rekonstruiert werden. Zudem sind eine statische Überprüfung, die Reinigung der Oberflächen und ein Neuanstrich im historischen Farbsystem notwendig.

Auch die Öki-Station, einst als ökologische Informationsstation konzipiert und ein wichtiger Orientierungspunkt im Quartier, hat in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gelitten. Oberflächen und Bauteile sind sichtbar gealtert, technische Anzeigen und Messinstrumente verloren gegangen, und spätere Ergänzungen haben die klare Gestaltung des ursprünglichen Entwurfs verfremdet. Insgesamt ist das Objekt heute sowohl funktional als auch gestalterisch stark beeinträchtigt und bedarf einer umfassenden Restaurierung. Ziel der Maßnahmen ist es, die ursprüngliche Klarheit und Wirkung der Öki-Station wieder erfahrbar zu machen: Materialien sollen gesichert, nicht originale Einbauten entfernt, und das historische Anzeige- und Informationssystem rekonstruiert werden, um den einst leichten, präzisen Charakter des Objekts zurückzugewinnen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte dabei helfen, die funktionale, gestalterische und atmosphärische Qualität des Ensembles zu bewahren – eines Ortes, der nicht nur an ein Ereignis von Weltrang erinnert, sondern auch heute noch zeigt, wie Gemeinschaft durch Gestaltung gestärkt werden kann. Bitte helfen Sie dabei mit Ihrer Spende!

Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr