Heroldsche Industrieschule

Im Jahre 1802 gründete Melchior Ludolf, der damalige Pfarrer der Ortschaft, im westfälischen Hoinkhausen die erste Industrieschule der Region. 1877 wurde das Gebäude dieser Knabenschule jedoch abgerissen, um ein Jahr später durch einen Neubau ersetzt zu werden. Fast 100 Jahre später, im Jahre 1969, wurde die Schule schließlich geschlossen. Das eingeschossige Fachwerkgebäude, das an der Westseite der Kirche liegt, entstand auf einem Natursteinsockel. Auf seiner Eingangsseite befinden sich drei nebeneinanderliegende hohe Fenster mit Oberlicht und über der Eingangstür sieht man noch den Rest eines holzgeschnitzten Epitaphs. Im Inneren besteht die Schule aus einem Flur, der zum einzigen Raum des Baus führt. Gemeinsam mit dem in der Nähe liegenden Pfarrhof, dem Küsterhaus, der Kirche, dem Friedhof und dem zweigeschossigen Torhaus bildet die Schule einen wichtigen Teil dieses kirchlichen Ensembles, welches das außergewöhnlich geschlossene Ortszentrum von Hoinkhausen wesentlich prägt. Seit 2003 beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am Erhalt dieses kulturgeschichtlich interessanten Objektes: So musste das Fachwerkgerüst instand gesetzt und die hölzerne Supraporte restauriert werden. Im November 2004 wurden die Arbeiten schließlich abgeschlossen. In seiner Originalsubstanz stellt dieses Gebäude eines der besterhaltenen Zeugnisse des Typs der klassizistischen einklassigen Dorfschule Westfalens dar.

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Fachwerkbau, 1802, Förderung 2003

Adresse:
Pankratiusweg
59602 Rüthen
Nordrhein-Westfalen