Berliner Prater
Bezirk, Berlin
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Berliner Prater

Vergnügungstradition seit 1837

Nicht nur Wien, auch Berlin hat seinen Prater. Schon 1837 schenkte hier ein gewisser Porath aus einer Bretterbude Bier aus - da lag der Biergarten noch an einem unbefestigten, von Unkraut gesäumten Weg. Durch seine industrielle Entwicklung ist Berlin immer weiter gewachsen und der „Prater“ wurde zu einer vielfältigen und populären Freizeit- und Vergnügungsgaststätte in der Stadt. Das Theater, der Pratergarten mit der Freilichtbühne, der Biergarten für rund 1.600 Gäste und das Restaurant ziehen auch heute noch Besucher und Touristen an. Helfen Sie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Tordurchfahrt am Eingang zu erhalten!

Spenden Sie für den Berliner Prater!


Vergnügungsort für die einfachen Leute

Im Jahr 1852 erwarb die Familie Kalbo den Biergarten, 1857 wurde das Restaurant im typischen Berliner Rundbogenstil erbaut. 1869 ernannte man J. F. A. Kalbo zum Schauspielunternehmer und der „Prater“ wurde offizielle Veranstaltungsstätte. Auf einer Sommerbühne wurden täglich „Spezialitäten-Vorstellungen“ und kleinere Theatervorstellungen, Singspiele, Possen, Operetten, Pantomime und Marionettenspiel geboten. Die auftretenden Künstler waren vor allem bürgerliche Leute, die in der Nähe wohnten. Man begann, den Prater nach und nach zu erweitern, sodass auch in der Wintersaison ein Programm stattfinden konnte. Besonders beliebt waren die Bälle, die zum Tanz einluden. Seinen Höhepunkt hatte der Berliner Prater um die Jahrhundertwende.

Familien, Arbeiter, kleine Kaufleute und Beamte, Dienstmädchen und Militär amüsierten sich hier. Sie durften ihre selbst gemachten Brote mitbringen und konnten sich ihren mitgebrachten Kaffee vor Ort aufbrühen lassen. Die meisten Besucher kamen zunächst vom Prenzlauer Berg und den ihn umgebenden Stadtteilen. Durch Werbung mit Programmzetteln an Hauswänden und Litfaßsäulen besuchten jedoch auch - angelockt vom attraktiven Programm und moderaten Preisen - immer mehr Berliner der Innenstadt den vielfältigen Vergnügungsort.

Auch zu DDR-Zeiten kulturelles Zentrum

Weil der Prater den zweiten Weltkrieg unbeschädigt überstand, konnte der Betrieb bald wieder aufgenommen werden. In den sechziger Jahren kamen Buden und Karussells von Schaustellern hinzu, außerdem Musiknachmittage, Tanzveranstaltungen und Kinderfeste. Ab 1967 wurde der Berliner Prater „Kreiskulturhaus“ des Stadtbezirks, ab 1973 schuf man mit der „Galerie am Prater“ anlässlich der Weltfestspiele für junge Berliner Künstler einen neuen Ort für Kunst.

Die Besucherzahlen wuchsen kontinuierlich. Nach der Wende gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Mittel aus dem Aufbau-Ost-Programm, bis der Prater 1996 wieder eröffnet werden konnte. Heute ist der Berliner Prater wie eh und je Anziehungspunkt für soziale und kulturelle Veranstaltungen - doch brauchen die Gebäude, die ihn in die nachbarschaftliche Umgebung eingliedern, Unterstützung. Helfen Sie mit Ihren Spenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Tordurchfahrt an dem Gebäude der „Volksbühne“ zu sanieren!

Berliner Prater; Biergarten bzw. Freizeit- und Vergnügungsgaststätte mit kulturellen Events; Bierausschank seit ca. 1837; Förderung 2020

Adresse:
Kastanienallee 7
10435 Bezirk
Berlin