In Bad Lausick, etwa vierzig Autominuten von Leipzig entfernt, liegt das Rittergut Ebersbach. Mitten im sächsischen Burgen- und Heideland in flacher Landschaft und nahezu ohne umliegende Bebauung gelegen, wirkt der imposante Bau mit seinen schönen Schmuckgiebeln gleich noch beeindruckender. Seit seiner Errichtung im späten 16. Jahrhundert wurde das Gut baulich kaum verändert. Die erhaltenen Befunde aus der Zeit der Renaissance sind bemerkenswert und machen das Denkmal unschätzbar wertvoll. Nun nagt der Zahn der Zeit erbarmungslos am Renaissancebau – die Gewölbedecken im Erdgeschoss sind von massiven Schäden gezeichnet. Dringend müssen sie gesichert und instandgesetzt werden – Ihre Spende leistet dabei einen wichtigen Beitrag!
Die Geburtsstunde des Herrenhauses ist archivarisch und dendrochronologisch gesichert. Ebersbach, ein Ortsteil von Bad Lausick, ging 1570 an das sächsisch-meißnische Adelsgeschlecht von Ponickau, einem sächsisch-meißnischen Adelsgeschlechtes. Das passende Herrenhaus entstand um 1575. Neun Jahre später fiel das gesamte Vorwerk samt Herrenhaus durch einen Tausch wiederum an den damaligen Kurfürsten August von Sachsen und bestand lange Zeit als Kammergut fort. Es wurde verpachtet, die Pächter hatten dabei nicht die Pflicht, bauliche Veränderungen auf ihre Kosten durchzuführen. Also reparierten sie Kaputtes, das Haus blieb aber in seiner Grundgestalt nahezu unverändert überliefert, ohne dass es dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst wurde. Heute ein Glücksfall!
Der Renaissancebau mit seinen symmetrisch angelegten repräsentativen Schmuckgiebeln lehnt sich an die herrschaftlichen Häuser des damaligen Adels an. An den südlichen Gebäudeecken schräggestellte zweigeschossige Erkeranbauten lassen ein gekonntes Spiel mit Formen erkennen. In ihrer Ausführung stellen sie eine Seltenheit dar. Partielle Freilegungen im Inneren des Herrenhauses haben vollständig erhaltene bauzeitliche Holzbalkendecken wieder ans Tageslicht gebracht. Dazu wurden sehr gut erhaltene und reich verzierte Türgewände des 16. Jahrhunderts gefunden. In fast allen Räumen zeugen Sockel, Türbegleitungen oder Inschriften von einer ehemals vielfarbig gefassten Wandgestaltung.
Das Herrenhaus verfügt über 600 Quadratmeter Wohnfläche und über 3,5 Hektar Grundstücksfläche mit weiteren Wirtschaftsgebäuden wie Ställen und Garagen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte 2024 bei der Sanierung des Daches helfen. Doch leider bereiten auch andere Bereiche des historischen Ritterguts Sorgen: Gravierend ist die Situation besonders an den Gewölben im Erdgeschoss. Tiefe Risse ziehen sich bereits bis ins Untermauerwerk, die Gewölbe sacken ab. Helfen Sie mit Ihrer Spende bei den dringenden Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen, damit der geschichtsträchtige Bau noch viele weitere Jahrhunderte bestehen bleiben kann!