Überall im Rheinland haben die Römer ihre Spuren hinterlassen. Bei Grabungen gefundene Werkzeuge, Möbel oder Schmuck geben Auskunft über ihre Lebensweise. Ganz besonders glücklich können sich Archäologen schätzen, wenn sie ganze Häuser entdecken.
Doch im Falle der Römervilla am Silberberg in Bad Neuenahr-Ahrweiler waren es keine Forschenden, sondern ein Zufall, der zu dem spektakulären Fund in Rheinland-Pfalz geführt hat. 1980 trat bei Straßenbauarbeiten ein römischer Gutshof zutage. Durch die freigelegten Fundamente und Mauerreste des vollständigen ergrabenen Haupthauses kann man heute gehen – seit 1993 ist die Stätte als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Ausgestellte Alltagsgegenstände und bauliche Details bringen die Antike direkt in die Gegenwart. Nun benötigen die original erhaltenen Wandmalereien Hilfe – bitte spenden Sie für die Restaurierung!
Die Römervilla stammt aus dem 1. bis 5. Jahrhundert und war ursprünglich als Villa rustica – als römisches Landgut oder Landhaus – angelegt. Die Villa rustica war das Zentrum eines landwirtschaftlichen Betriebs im Römischen Reich und bestand aus Hauptgebäude, Wirtschafts- und Nebengebäuden. Meist lag die gesamte Anlage innerhalb eines ummauerten Hofes.
Die Anlage auf dem Silberberg wurde über die Jahrhunderte hinweg mehrfach vergrößert, erweitert und umgebaut. In der Spätantike wurde das Hauptgebäude als Herberge (Mansio) umfunktioniert und diente später als Eisenschmelze. Vermutlich im fünften Jahrhundert verschüttete ein Hangrutsch die antiken Mauern. Im Frühmittelalter wurde ein christlicher Friedhof auf dem Areal errichtet – nicht ahnend, welcher wertvolle archäologische Schatz sich darunter verbarg.
Heute ein Glücksfall, denn so wurden rund 2000 Jahre in Stein unterirdisch konserviert. Der Gesamtgrundriss des Herrenhauses mit Keller- und Erdgeschossräumen ist bis in etwa Fensterhöhe erhalten. Im rund 1000 qm großen Museum über der Ausgrabungsstätte lässt sich unmittelbar in die Antike eintauchen. Küche, Fußbodenheizungen, ein aus Originalteilen rekonstruiertes Deckengewölbe mit Malerei – beim Wandeln durch die römischen Räume gewinnen Besucher einen authentischen Eindruck davon, wie gehobene Wohnkultur im Römischen Reich aussah. An zahlreichen Wänden ist sogar noch die antike Bemalung zu bewundern.
Die Römervilla zählt zu den am besten erhaltenen römerzeitlichen Baudenkmalen nördlich der Alpen. Doch dieser Schatz benötigt dringend Hilfe: Die kunstvollen römischen Wandmalereifragmente lösen sich teilweise vom Untergrund. Ursache für diese besorgniserregende Entwicklung sind Hohlstellen und Risse. Dringend müssen sie restauriert werden. Zudem sollen bei der Ausgrabung in den 1990ern eingelagerte Teile restauriert und wieder mit den Malereifragmenten „vor Ort“ zusammengeführt werden. Helfen Sie mit Ihrer Spende dabei, um diesen einzigartigen Ort als steinernes Zeitzeugnis der Antike zu erhalten!