Schloss Bothmer
Klütz, Mecklenburg-Vorpommern
Aussenansicht, Winter, Schloss, erbaut 1726 bis 1732, Bauherr Hans Caspar von Bothmer, Schlossanlage, Barockanlage, Graft, Grabenanlage, Reithalle, Gesindehaus

Schloss Bothmer

Der "Klützer Winkel" gilt als eines der fruchtbarsten Gebiete Norddeutschlands, scherzhaft auch "Speckwinkel" genannt. Hier liegt die mit 1,17km2 größte barocke Schloss- und Gartenanlage Mecklenburgs. Der hannoversche Gesandte am englischen Hof, Reichsgraf Hans Caspar von Bothmer, ließ sie von Johann Friedrich Künnecke 1726-32 errichten. Vorbild für die Anlage soll Blenheim Castle, das er in Woodstock/Oxfordshire kennengelernt hatte, gewesen sein. Der elfachsige, zweigeschossige Bau verzichtet auf die im Barock übliche kolossale und prächtige Fassaden. Lediglich ein Giebel, eine Freitreppe und sparsam verwendete Sandsteingesimse gliedern die Fassade. Das Hauptgebäude umschließt mit zwei Kavaliershäusern, mit denen es durch einstöckige Galerien verbunden ist, den Cour d´honneur. Bei sämtlichen Bauten griff Künnecke mit der unverputzten Backsteinarchitektur auf die lokale Tradition zurück. Im Treppenhaus und im Festsaal haben sich Stuckdekorationen erhalten, die um 1750 von italienischen Künstlern geschaffen wurden. Das gesamte Anwesen, zu dem eine prächtige, 300m lange Lindenallee führt, ist nach holländischem Muster von Wassergräben umzogen. Im März 1997 konnten die abgeschlossenen Instandsetzungsarbeiten am Corps de logis, an denen sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte, der Öffentlichkeit vorgestellt werden: Der Dachstuhl wurde saniert, Schwamm wurde bekämpft und Deckenbalken mit Heißluftverfahren behandelt. Somit kann das Schloss, welches lange Zeit als Seniorenwohnheim genutzt worden war, nun wieder seine Tore öffnen und Raum für kulturelle Veranstaltungen bieten.

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Weitläufige barocke Anlage, 1726-32 von Johann Friedrich Künnecke, Förderung 1993, 1996-98, 2008, 2016

Adresse:
23948 Klütz
Mecklenburg-Vorpommern