Schlosskirche

Die Schlosskirche von Chemnitz, ein ehemaliges Benediktinerkloster und später kurfürstliches Schloss, liegt eingebettet in einer Grünfläche nahe dem Zentrum der Stadt. Das Kloster war vermutlich von Kaiser Lothar von Süpplingenburg 1136 gestiftet worden. Das Kloster verfügte bereits im 13. Jahrhundert über umfangreichen Grundbesitz. Die letztes Äbte gaben der Kirche ihre heutige Gestalt: im 16. Jahrhundert veranlassten sie einen weitgehenden Neubau. Vom romanischen Ursprungsbau sind noch das Chorquadrat, die flankierenden Nebenchöre und der südliche Querhausflügel erhalten. Im Innern wird der Gegensatz von weitgespanntem Mittelschiff und steilen Seitenschiffen besonders deutlich. Erst im 20. Jahrhundert wurden das gotische Sakramentshäuschen und gotische Gewölbemalereien freigelegt. Die Fresken zeigen die Autoren der Evangelien mit ihren Symbolfiguren. Besondere Bedeutung hat auch die um 1515 geschaffene Geißelsäule von Hans Witten: Die 3,60 Meter hohe Säule, aus einem Eichenstamm geschnitzt, stellt die Leiden Christi dar und diente einst den Mönchen zur Meditation über ihre eigene Schuld. Das ehemalige Hauptportal der Kirche ist ebenfalls ein Kunstwerk: Aus Stein wurde ornamentales Astwerk gestaltet, das mit über 11 Metern Höhe und umfangreichem plastischem Schmuck heute die Südseite dominiert. Nach den Zerstörungen des Krieges war nur ein einfaches Walmdach auf das beschädigte Turmoberteil aufgebracht worden. In Ermangelung von Kupfer wurde das Kupferblech des zerstörten Turmdachs von 1896 wiederverwendet. Von 1992 an unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Arbeiten an der Schlosskirche. Die Maßnahmen betrafen den Dachstuhl, Dachdeckerarbeiten, Sanierungsarbeiten am Turm, aber auch Instandsetzungsarbeiten im Innern der Kirche.

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Spätgotische Halle mit Querschiff, Hauptchor und Nebenchören sowie querrechteckigem Westturm, Ende 15./ Anfang 16. Jh., Förderung 1992, 1995-99, 2001

Adresse:
Schlossberg
09113 Chemnitz
Sachsen