Schloss Hemsendorf
Jessen, Sachsen-Anhalt

Schloss Hemsendorf

Eine Schlosskapelle auf traditionsreichem Boden

Das Wasserschloss Hemsendorf in Jessen liegt 20 Kilometer südöstlich der Lutherstadt Wittenberg. Heute inmitten eines im 19. Jahrhundert angelegten Parks gelegen, entstand an der Schwarzen Elster 1697 das von Wassergräben umgebene vierflügelige Rittergut Hemsendorf – der quadratische Grundriss mit seinem charakteristischen oktogonalen Turm ist ungewöhnlich für die Gegend und ein Alleinstellungsmerkmal. Der Standort des Schlosses hat Tradition: Schon 1380 wird hier eine Vorgängerin der Wasserburg erwähnt. Heute braucht besonders die Schlosskapelle dringend Unterstützung: Die Decke ist einsturzgefährdet und wird nur notdürftig gestützt. Die Balkenköpfe und Sparren sind schwer von Feuchtigkeit gezeichnet und müssen saniert werden. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!

Helfen Sie der Schlosskapelle!


Hochwasser und Hoffnungsträger

Eine Vielzahl an Besitzern und Bewohnern des ehemaligen Ritterguts haben über die Zeit ihre Spuren an dem eindrucksvollen Gebäude hinterlassen; davon zeugen bauliche Eingriffe und Umgestaltungen in Stil und Dekor. Trotz der stetigen Bedrohungen durch Hochwasser von Elster und Elbe, konnte das Schloss nicht nur Teile seiner Ausstattung aus der Gründungszeit erhalten - hierzu zählen die bemalten Türen und das Treppenhaus -, sondern war es während dieser schweren Zeiten auch Schutzgeber für andere: Als die Flüsse im August 1888 wieder über ihre Ufer traten, brachten die umliegenden Bauern ihre Tiere und sich selbst in der höhergelegenen Anlage in Sicherheit und wurden so von schlimmeren Schicksalen verschont. Als der Ort 2002 und 2013 erneut von Elbhochwassern heimgesucht wurde, wiederholte sich die Geschichte: Im Innenhof wurden Container aufgestellt, landwirtschaftliche Geräte fanden Unterstand. Dennoch trug das Renaissance-Schloss erhebliche Schäden davon, die nach und nach behoben werden. Eine der tragischsten Geschichten des Baus ist jedoch nicht von Naturereignissen geschrieben worden: Im Juni 1954 wurde die 1533 erstmals erwähnte Schlosskapelle, in der die Gemeinde zu der Zeit regelmäßig Gottesdienst feierte, mutwillig und gewaltsam durch Menschenhand zerstört. Ihre Fenster wurden eingeschlagen, die wertvolle Ausstattung entwendet.

Blauer Himmel soll wieder sichtbar werden

Mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte bereits das Portal der Schlosskapelle sowie die Fenster erneuert werden, doch die geschichtsträchtige Kapelle braucht weiter dringend Hilfe! Bis Mai 2023 soll das Dach der eindrucksvollen Kapelle neu eingedeckt sein, um endlich Herr über die eindringende Feuchtigkeit werden zu können. Wegen akuter Einsturzgefahr sollen nach der Neueindeckung die Sanierung der Balkenköpfe sowie der Austausch der beschädigten Deckenbalken und Sparren erfolgen. Auch das Deckenfresko, das sich aktuell über Stützkonstruktionen an der bröckeligen Stuckdecke verbirgt, muss restauriert werden. In der Kapelle ausgestellte historische Aufnahmen zeugen von glanzvolleren Zeiten der kunstvollen Malerei: Das göttliche Dreieck - die „Sancta Trinitas“ - gerahmt von einem hellen Strahlenkranz und weißen Wolken auf blauem Himmel. Der größte Motivator der Schlossherren und ihrer Unterstützer ist der Wunsch, die historische Kapelle wieder für jeden zu öffnen und gemeinsame Gottesdienste feiern zu können. Schon jetzt zeugt der Innenraum von dem großen Bemühen, den sakralen Raum als solchen wirken zu lassen: Kerzen und Blumen verleihen dem Ort eine festliche Aura und ein Tisch mit weißem Tuch, Kruzifix und Kerzenleuchter fungiert als Altar. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Sanierung der Schlosskapelle und tragen Sie zum Erhalt dieses bedeutenden Denkmals bei.

Wasserumwehrte Vierflügelanlage, um 1690/95, Förderung 2002-04, 2007, 2016, 2022

Adresse:
Wasserschloss
06917 Jessen
Sachsen-Anhalt