Schloss Promnitz
Zeithain, Sachsen

Schloss Promnitz

Vom bedeutenden Barockschloss zum Sanierungsfall

Schon seit dem 12. Jahrhundert diente das direkt an der Elbe gelegene Schloss Promnitz (Sachsen) verschiedenen Adelsfamilien als Herrensitz. Ursprünglich als Vorwerk des Klosters Riesa gegründert, erfuhr es seine Blüte im 18. Jahrhundert durch den Um- und Ausbau anlässlich eines Heerlagers Augusts des Starken. Durch dieses Ereignis ist das ehemalige Rittergut auch mit Friedrich dem Großen untrennbar verbunden. Doch heute zeugt nichts mehr von der einstigen Pracht des Schlosses: Elbehochwasser, Leerstand und mangelnde Bauunterhaltung haben dem Bau schwer zugesetzt, kaputte Fenster und undichte Dächer halten die Witterung nicht mehr ab. Helfen Sie mit, das ehemalige Juwel an der Elbe zu retten!

Helfen Sie Schloss Promnitz!


Ein Prachtbau für den sächsischen Kurfürsten

Unter Einbeziehung der mittelalterlichen Fundamente wurde Promnitz 1603 als Spätrenaissance-Schloss neu errichtet. Noch heute zeugen der Treppenturm im Innenhof und ein Sitznischenportal am Westflügel hiervon. Seine Blütezeit erfuhr der Bau im Vorfeld einer über mehrere Jahre minutiös geplanten Truppenschau durch den sächsischen Kurfürsten und Herzog von Sachsen, August den Starken, im Jahr 1730. Im Hinblick auf das als "Lustlager von Zeithain" in die Geschichtsbücher eingegangene Jahrhundertspektakel ließ Albrecht von Wolffersdorff das Anwesen bereits ab 1728 in barocken Formen umbauen und erweitern. Ein neuer Südflügel orientierte sich mit einer beeindruckenden, durch Mittelrisalit und Pilaster gegliederten Fassade optisch zur Elbe hin. Auch die Innenräume wurden repräsentativ umgestaltet.

Wolffersdorffs finanzieller Einsatz zahlte sich aus: Zum Abschluss des Heerlagers, bei dem zwischen Zeithain, Glaubitz und Streumen mehr als 30.000 sächsische Soldaten aufmarschiert waren, wurde ein fulminantes, mehrstündiges Feuerwerk abgeschossen. Rund 200 Zimmerleute hatten die beeindruckende Kulisse eines Feenpalastes am Elbufer bei Riesa errichtet, illuminierte Schiffe segelten den Fluss entlang, angeführt von feuerspeienden Walen und Delfinen. Die Gästeliste des Heerlagers verzeichnete Hoheiten, Adelige und Gesandte aus ganz Europa. August der Starke genoss das große Feuerwerk mit den ranghöchsten Gästen vom Festsaal des Schlosses Promnitz aus - in Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und seines Sohnes Friedrich, später "der Große" genannt.

Während der Manövertage geriet der damals 18-jährige mit seinem strengen Vater in Streit und verweigerte ihm den Gehorsam. Auf Schloss Promnitz offenbarte er schließlich seinem engsten Freund, Hans Hermann von Katte, den Plan, sich der Obhut seines Vaters durch Flucht nach Frankreich entziehen zu wollen - Katte kostete die Treue zu Friedrich später den Kopf.

Niedergang nach Kriegsende

Nachdem Promnitz seit 1873 an eine bürgerliche Familie verkauft worden war, wurde das weitläufige Anwesen 1945 enteignet. Die einst herrschaftlichen Räumlichkeiten wurde in kleinere Wohneinheiten aufgeteilt, eine LPG richtete hier Büros und einen Supermarkt ein. Durch die - wenn auch nicht denkmalgerechte - Nutzung blieb Promitz zumindest vom Abriss verschont. Die Wende brachte das Schloss dann jedoch schnell an den Rand seiner Existenz. Die beim Kauf 1996 durch einen Privatmann versprochenen Investitionen bleiben aus, die Anlage stand leer und verfiel zusehends.

Immenser Handlungsbedarf

Die barocke Anlage muss sich einst malerisch über der Elbe erhoben haben, heute fristet Schloss Promnitz ein erbärmliches Dasein. Die letzten Elbehochwasser 2002 und 2013 überschwemmten die Schlossanlage, der letzte große Herbststurm ließ einen der noch erhalten Spätrenaissance-Giebel vom Dach stürzen. Großflächige Putzflächen haben sich von den Außenwänden gelöst, kaputte Fenster und teilweise eingestürzte Dächer lassen die Witterung ihr zerstörerisches Werk fortführen. Ungebremster Vandalismus tat sein Übriges, um den historischen Substanz schwerste Schäden zuzufügen - so wurden alle barocken Türschlösser gestohlen.

Dank eines kleinen, engagierten Vereins konnte das Schloss von Schutt geräumt werden und erste Notsicherungen erfolgen, doch dies allein wird bei Weitem nicht ausreichen, um das Anwesen der Wolffersdorffs für die Zukunft zu erhalten! Die oberste Priorität liegt auch der Abdichtung des Dachs und der statisch-konstruktiven Sicherung des Schlosses. Helfen Sie mit, das eng mit August dem Starken und Friedrich dem Großen verbundene Schloss Promnitz für die Zukunft zu erhalten!

1603 auf mittelalterlichem Vorgängerbau errichtete Anlage, 1728 barock überformt und erweitert.

Adresse:
Am Freigut
01619 Zeithain
Sachsen