Im Jahr 1428 übernahmen die Freiherren von Riedesel von der Abtei Fulda das Gericht Stockhausen. 1563 erbaute Erbmarschall Adolf Hermann Riedesel zu Eisenbach eine Burg, die den Namen Hermannsburg erhielt. Anstelle der Burg, von der heute nur noch einige Kellergewölbe erhalten sind, ließ General Friedrich Georg Riedesel 1770 durch den Baumeister Georg V. Koch ein barockes Schloss errichten, das 1801-07 vollendet wurde. Das Gebäude erhebt sich über einem hohen roten Sandsteinsockel als schlichter, langgestreckter, achsensymmetrischer, zweigeschossiger Putzbau mit parkseitigen Seitenflügeln und Mansarddächern mit Dachhäuschen.
Um das heute von der Gemeinschaft für Heilpädagogik und
Sozialtherapie genutzte Schloss erstreckt sich ein in drei
Terrassen angelegter einstiger Barockpark, der kurz vor dem Bau des
Schlosses begonnen wurde. Ein Gartenplan von 1792 dokumentiert die
ursprüngliche Anlage, von der noch heute die Grundstrukturen und
Mauern erhalten sind. Die drei Hauptebenen des Parks werden von
Stützmauern und Treppenanlagen in Repräsentations- und Nutzbereiche
gegliedert. Bemerkenswert sind eine Nischenmauer, die den einstigen
Baumgarten nördlich begrenzt, ein Brunnenbecken, mehrere Putten und
Vasen des Rokoko (um 1760/70) sowie ein Flügel des um 1810 erbauten
massiven Gewächshauses. Trotz neuzeitlicher Veränderungen
verkörpert der Park ein anschauliches Beispiel der Gartengeschichte
des 18. und 19. Jh.. Besonders bedeutend ist hierbei die
Terrassierung mit den Stützmauern. Die Gesamtanlage mit Schloss,
Park und Wirtschaftshof besitzt überregionale architektonische und
kunsthistorische Bedeutung.
Seit 2013 förderte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz anteilig die
Instandsetzung der Natursteinmauern des Parks.