Spital-Ehrenhof
Ochsenfurt, Bayern
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Spital-Ehrenhof

Wieso ein Spital?

Durch Ochsenfurt fließt damals wie heute der Main – trotz seiner nur rund 500 Kilometern Länge ein bedeutender Fluss in Europa. Bedeutend als Wasserweg, aber ohne Brücken auch ein Hindernis, denn am südlichsten Bogen wurden die Ochsen an einer flachen Furt über den Main gen Norden geführt. Um einen sichereren Übergang zu schaffen, wurde im Jahr 1133 deshalb in Ochsenfurt eine erste Brücke aus Holz gebaut, die über die Jahre mithilfe von Stein immer stabiler gemacht wurde, was circa im Jahr 1520 abgeschlossen war. Mit der Zeit, auch aufgrund der leichteren Flussüberquerung, wurde die Wirtschaft angekurbelt und viele Menschen tummelten sich in Ochsenfurt – die Vermehrung von Krankheiten blieb da nicht aus. Zuerst wurde für Leprakranke ein „Sondersiechenhaus“ östlich außerhalb der Stadt angelegt, um die Verbreitung dieser hochansteckenden Krankheit einzudämmen. Mit der Ausweitung der Stadt schluckten die Stadtmauern das Haus im wahrsten Sinne des Wortes - das „Sondersiechenhaus“ wurde verlegt. Aus dem einstöckigen Haus wurde ein Seelhaus, welches Armen und Durchreisenden als Unterkunft diente und bald schon um eine Kapelle ergänzt wurde. Die bestehenden Gebäude wurden 1431 dann so umgebaut und ergänzt, dass das ehemalige Spital entstand – mithilfe jener Ochsenfurter Bürger die sich durch „fromme Stiftungen für ihr Seelenheil“ hervortun wollten. Wer vom Norden den Main überquert, sieht den heutigen Spitalkomplex in der Silhouette der Stadtmauern eingerahmt. Die Ochsenfurter kümmern sich bis heute rührend um Ihr Denkmal, das längst selbst Hilfe dringend nötig hat. Helfen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz!

Bitte helfen Sie dem Spital in Ochsenfurt!


Bis heute nahezu unverändert erhalten

Als die Spitalkirche erweitert wurde, musste das Spital ein Stück weit weichen und wurde bis 1551 neu errichtet, als ein Arkadenbau mit Massivbögen im Erdgeschoss und Laubengang im Obergeschoss. Der Bau wurde Unterkunft und Heim für Alte und Gebrechliche, die ihre Verwandten verloren hatten. Etwa um 1600 wurde das zweigeschossige massiv gebaute Schwesternhaus um den mainseitigen Renaissance-Volutengiebel ergänzt – bis heute macht er das Haus unverwechselbar und zu einer außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit in Ochsenfurt. Das Obergeschoss des Schwesternhauses ist durch Fenster mit der Spitalkirche verbunden. So konnten die Kranken an den Gottesdiensten teilnehmen, zusammen mit ihren Nachbarn und Freunden, die unten auf den Holzbänken im Schiff der Spitalkirche saßen. Die historische Gebäude- und Raumstruktur ist nahezu unverändert erhalten, ebenso vier komplett erhaltene Krankenstuben entlang des Arkadenlaubengangs.

Feuchtigkeit bedroht Dach und Fachwerk

Am Arkadenbau sind erhebliche Schäden durch eindringende Feuchte entstanden. Hausschwamm im Dach, der Rähm des Laubengangs – also der tragende Balken zwischen Dach und Fachwerk - und die Traufen sind durchfeuchtet. Der Aufwand der Gesamtsanierung ist enorm. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ihre Förderer sind dabei! 2019 begann die Instandsetzung der Dach-, Wand- und Deckenkonstruktion am Arkadenbau. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Fertigstellung dieser Arbeiten. Denn künftig soll nicht nur das Gebäude selbst mit seinen ganzen Veränderungen den Lauf der Geschichte abbilden, sondern als Main-Museum diese Abenteuer auch beherbergen. Helfen Sie mit!

Spitalgründung um 1431, das Spital liegt im Norden der Stadt, der Komplex ist um einen rechteckigen Hof gruppiert, Förderung 2021

Adresse:
Spitalgasse
97199 Ochsenfurt
Bayern